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Insolight baut die grösste Agri-PV-Anlage der Schweiz – 1,8 Hektar Bio-Heidelbeeren unter Strom

Redaktion·16. Sept. 2026·4 Min.
Insolight baut die grösste Agri-PV-Anlage der Schweiz – 1,8 Hektar Bio-Heidelbeeren unter Strom
In 30 Sekunden gelesen
  • In Lovatens (VD) wurde die erste Waadtländer und bislang grösste Agri-Photovoltaik-Anlage der Schweiz eingeweiht.
  • 5'220 Module schützen 1,8 Hektar Bio-Heidelbeeren und liefern rund 2'400 MWh Strom pro Jahr – der Verbrauch von etwa 955 Haushalten.
  • Insolight hat die Anlage entwickelt und gebaut, Romande Energie finanziert sie und betreibt sie 30 Jahre lang.
  • Im Hitzesommer 2026 kamen die geschützten Heidelbeeren laut Betreiber deutlich besser durch als exponierte Kulturen.

Agri-Photovoltaik war in der Schweiz lange ein Pilotthema. In Lovatens im Kanton Waadt ist sie jetzt im industriellen Massstab angekommen. Die Anlage des Waadtländer Startups Insolight ist die grösste, die hierzulande bisher gebaut wurde.

Was passiert ist

Auf dem Biobetrieb von Olivier Pichonnat wurde die erste Waadtländer Agri-PV-Anlage eingeweiht – zugleich die grösste, die in der Schweiz bisher realisiert wurde. 5'220 Photovoltaikmodule stehen auf einer Tragstruktur über 1,8 Hektar Bio-Heidelbeeren. Die Module hängen auf 3,2 Metern Höhe. Der Landwirt kann darunter mit seinen gewohnten Maschinen weiterarbeiten.

Die Anlage soll rund 2'400 MWh erneuerbaren Strom pro Jahr liefern. Das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 955 Haushalten. Gleichzeitig schützt die Konstruktion die Kulturen vor Hagel, Frost, Starkregen und Hitze. An der Einweihung waren die Waadtländer Staatsrätinnen Valérie Dittli und Isabelle Moret dabei.

Wer dahintersteht

Das Projekt verteilt die Rollen sauber auf drei Schultern. Insolight hat die Anlage entwickelt und gebaut, inklusive sämtlicher Bewilligungsverfahren. Romande Energie investiert, betreibt und wartet sie während 30 Jahren und vermarktet den Strom. Der Produzent bleibt Landwirt und muss weder Kapital binden noch Strommarktrisiken tragen.

Dieses Contracting-Modell ist der eigentliche Hebel. Es löst das Problem, an dem Agri-PV in der Schweiz bisher meist scheiterte: Investitionskosten, die ein einzelner Betrieb nicht stemmen kann.

Warum Hitze das Argument liefert

Der Sommer 2026 hat der Technologie in die Hände gespielt. Während Hitzewellen auf exponierten Flächen Schäden verursachten, profitierten die Heidelbeeren unter der Abdeckung laut den Projektpartnern von deutlich günstigeren Bedingungen – weniger Sonnenbrand, weniger Wachstumsstopp, weniger Austrocknung.

Insolight ist 2015 als EPFL-Spin-off gestartet und hat sich vom Modulhersteller zum Systemanbieter für Agri-PV entwickelt. Die Firma sitzt in der Waadt und hat zuvor Anlagen unter anderem mit Agroscope und im Wallis umgesetzt. Lovatens ist nun der Beweis, dass das auch auf professioneller Betriebsgrösse funktioniert.

Unsere Einordnung

Das ist der wichtigste Schweizer Agri-PV-Moment seit Jahren. Nicht wegen der Grösse – 2'400 MWh sind im nationalen Massstab wenig. Sondern weil hier zum ersten Mal alle drei Teile zusammenpassen: eine Technologie, die der Landwirt akzeptiert, ein Finanzierungsmodell, das ihn nicht überfordert, und ein Energieversorger, der 30 Jahre Verantwortung übernimmt.

Genau daran ist Agri-PV bisher gescheitert. Die Panels waren nie das Problem. Das Geschäftsmodell war es. Wenn Insolight und Romande Energie dieses Paket jetzt wiederholbar machen, wird aus einem Leuchtturm eine Pipeline. Der Klimadruck auf die Landwirtschaft liefert die Nachfrage ohnehin frei Haus.

Ein Vorbehalt bleibt: Ob sich die Anlage über 30 Jahre rechnet, hängt an Strompreisen und Ertragsdaten, die heute niemand kennt. Die nächsten zwei Erntejahre in Lovatens werden mehr über die Zukunft der Schweizer Agri-PV aussagen als jede Absichtserklärung.

Zum Startup

Name
Insolight
Phase
Series A
Kanton
Waadt
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Quelle: romande-energie.ch

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