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Infosys steigt bei Indivi ein – Basler Smartphone-Biomarker überzeugen den IT-Riesen

Redaktion·20. Aug. 2026·3 Min.
Infosys steigt bei Indivi ein – Basler Smartphone-Biomarker überzeugen den IT-Riesen
In 30 Sekunden gelesen
  • Der Infosys Innovation Fund beteiligt sich an der Basler TechBio-Firma Indivi und führt sie neu in seinem Portfolio.
  • Indivi macht aus jedem Smartphone ein Messlabor für Motorik und Kognition – hochfrequent statt nur bei Klinikbesuchen.
  • Ziel ist es, Behandlungseffekte in Neuro-Studien früher zu erkennen, zuerst bei Parkinson.
  • Zur Höhe der Beteiligung machen die Beteiligten keine Angaben.

Ein indischer IT-Konzern mit hunderttausenden Mitarbeitenden investiert in ein Basler TechBio-Startup. Das klingt exotisch. Es ergibt aber sehr viel Sinn.

Was passiert ist

Der Infosys Innovation Fund führt Indivi neu als Portfoliofirma. Damit hat die Basler TechBio-Firma einen strategischen Investor an Bord, der weit mehr ist als Kapital: Infosys ist einer der grossen globalen IT-Dienstleister und arbeitet seit Jahren für Pharmakonzerne.

Die beiden kennen sich. Bereits 2025 hatten Infosys und Indivi eine strategische Zusammenarbeit angekündigt, in der Infosys operative Reichweite, KI-Kompetenz und Wearable-Sensorik einbringt und Indivi das neurowissenschaftliche Fundament. Aus der Partnerschaft wird nun eine Beteiligung. Zur Höhe schweigen beide Seiten – der Fonds veröffentlicht die Beträge seiner Investments grundsätzlich nicht.

Wer investiert

Der Infosys Innovation Fund ist der Corporate-Venture-Arm von Infosys. Im Portfolio stehen unter anderem WHOOP, die Agenten-KI-Firma NinjaTech AI, der SpaceTech-Anbieter GalaxEye sowie mehrere Fonds wie Team8, Yali Capital und UVC Partners aus München. Indivi ist dort aktuell die einzige Schweizer Firma. Das ist bemerkenswert: Ein Konzern, der weltweit sucht, landet in Basel.

Warum das technisch spannend ist

Studien zu neurodegenerativen Krankheiten scheitern auffällig oft im Übergang von der ersten Anwendung am Menschen zum Wirksamkeitsnachweis. Ein Grund dafür: Die klassischen Endpunkte sind zu grob. Patientinnen und Patienten werden alle paar Wochen in der Klinik getestet, an einem einzigen Tag, in einer künstlichen Situation. Wer an einem guten Tag erscheint, sieht gesund aus. Wer an einem schlechten kommt, sieht krank aus. Das Rauschen frisst das Signal.

Indivi dreht das um. Die Plattform verwandelt ein normales Smartphone in ein Messgerät für Motorik und kognitive Funktion. Getestet wird häufig, im Alltag, über mehrere Domänen hinweg. Aus vielen kleinen Messungen entsteht ein Verlauf statt einer Momentaufnahme. Wirkt ein Medikament, sollte sich das so früher und feiner zeigen als mit herkömmlichen Skalen. Beginnen will Indivi bei Parkinson und danach auf weitere neurologische Indikationen ausweiten.

Wissenschaftlich sitzt die Firma nicht im luftleeren Raum: Sie arbeitet eng mit dem Research Center for Clinical Neuroimmunology and Neuroscience Basel am Universitätsspital und der Universität Basel zusammen.

Unsere Einordnung

Der eigentliche Wert dieser Beteiligung liegt nicht im Geld. Digitale Biomarker haben ein Vertriebsproblem: Die Käufer sind grosse Pharmasponsoren mit langen Beschaffungszyklen, und ein Startup aus Basel klopft dort als Unbekannter an. Infosys sitzt bei genau diesen Konzernen bereits im Haus. Wer die Plattform in bestehende Studienprogramme hineinschieben kann, spart Indivi Jahre.

Die Kehrseite: Strategische Investoren bringen Nähe und Abhängigkeit im selben Paket. Wer sein Wachstum an einen Konzernpartner koppelt, macht sich in der nächsten Runde erklärungsbedürftig. Und ohne veröffentlichten Betrag lässt sich schlicht nicht sagen, ob hier eine strategische Marke gesetzt oder eine Runde finanziert wurde.

Trotzdem: Dass ein Konzern dieser Grösse seine einzige Schweizer Wette auf digitale Endpunkte in der Neurologie setzt, sagt etwas über den Standort Basel aus. Die Kombination aus Pharma-Nähe, Uniklinik und Software-Talent ist hier dichter als fast überall sonst in Europa. Solche Firmen entstehen nicht zufällig in Basel.

Zum Startup

Name
Indivi
Phase
Series A
Kanton
Basel-Stadt
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Quelle: infosys.com

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