Immitra Bio sichert sich CHF 2,4 Mio. für In-vivo-Gen-Editing

- Immitra Bio aus Plan-les-Ouates (GE) holt CHF 2,4 Mio. in einer überzeichneten Pre-Seed-Runde.
- Angeführt von Backbone Ventures, Co-Lead OCCIDENT; dabei sind u.a. Venture Kick, ZKB, FONGIT und die ETH Foundation.
- Das Geld fliesst in präklinische Studien für den Leitkandidaten IB-003 gegen eine erbliche Anämie.
- Der Ansatz: skalierbares In-vivo-Gen-Editing, mutationsagnostisch und ohne komplexe Ex-vivo-Zellmanipulation.
Ein Genfer Biotech-Startup will Gentherapien bezahlbar und skalierbar machen. Immitra Bio hat dafür eine überzeichnete Pre-Seed-Runde über CHF 2,4 Mio. abgeschlossen.
Was passiert ist
Immitra Bio mit Sitz in Plan-les-Ouates bei Genf hat am 21. Juli 2026 den Abschluss einer aufgestockten Pre-Seed-Finanzierung über CHF 2,4 Mio. (rund USD 3 Mio.) bekannt gegeben. CHF 2,25 Mio. stammen von Venture-Capital- und Privatinvestoren, weitere CHF 150'000 aus nicht-verwässernden Quellen. Das Kapital fliesst primär in präklinische Proof-of-Concept-Studien für den Leitkandidaten IB-003 – eine potenziell einmalig heilende In-vivo-Gentherapie gegen eine erbliche Anämie. Zusätzlich soll die digitale Plattform zur Zielsuche weiter validiert werden.
Wer investiert
Angeführt wird die Runde von Backbone Ventures, mit OCCIDENT als Co-Lead. Beteiligt sind zudem Another VC, Kickfund, Venture Kick, die Zürcher Kantonalbank, FONGIT, die ETH Foundation sowie ausgewählte Privatinvestoren. Ein breites Syndikat aus Frühphasen- und Life-Sciences-Spezialisten also. Für ein Team, das noch ganz am Anfang steht, ist das ein starkes Vertrauenssignal.
Warum das spannend ist
Der Ansatz von Immitra Bio ist bewusst radikal. Heutige Gen-Editing-Therapien sind oft hochgradig personalisiert, teuer und aufwendig in der Herstellung. Das begrenzt, wie viele Patienten sie erreichen. Immitra setzt stattdessen auf In-vivo-Editing direkt im Körper: ohne komplexe Zellentnahme, ohne Konditionierung, ohne Stammzelltransplantation. Der Clou ist der mutationsagnostische Ansatz. Ein einziger Wirkstoff könnte damit alle Patienten einer Krankheit behandeln, unabhängig von der genauen Mutation. Kombiniert mit der digitalen Zielsuche will die Firma so ganze Pipelines an Kandidaten schneller entwickeln – und Gentherapie kommerziell tragfähig machen.
Unsere Einordnung
Das ist eine mutige Wette – und genau deshalb interessant. Gentherapie ist eines der Felder, in denen die Schweiz wissenschaftlich vorne mitspielt. Dass ein junges Genfer Team gleich mit einer skalierbaren Plattform statt nur einem einzelnen Wirkstoff antritt, hebt die Ambition. Klar ist aber auch: Bis zum Beweis am Menschen ist es weit. Pre-Seed heisst Grundlagenarbeit, nicht Marktreife. IB-003 muss zuerst präklinisch überzeugen, und der Weg durch die Regulierung ist lang. Unsere Meinung: Der breite Investorenkreis und der Fokus auf eine seltene Blutkrankheit sind ein solider Start. Jetzt zählt die Wissenschaft – und die nächsten Daten.
Zum Startup
- Name
- Immitra Bio
- Phase
- Pre-Seed
- Letzte Runde
- CHF 2.4 Mio. (Pre-Seed, 2026)
- Kanton
- Genf
Quelle: immitrabio.com
Mehr aus der Szene
FinanzierungEIC Accelerator: Vier Schweizer Deeptech-Startups holen EU-Millionen
PorträtPorträt: Wie Ecorobotix aus der Waadt Pestizide um bis zu 95 Prozent senkt
Porträt