Gravis Robotics holt USD 200 Mio. von SoftBank – grösste Series A der Baurobotik

- SoftBank investiert USD 200 Mio. in Gravis Robotics – laut Firma die grösste Series A der Baurobotik-Geschichte.
- Das 2022 gegründete ETH-Zürich-Spin-off rüstet bestehende Bagger mit dem Gravis Rack zu autonomen Maschinen um.
- Systeme laufen auf vier Kontinenten, unter anderem bei Holcim, Taylor Woodrow und HD Hyundai.
- Gründer sind CEO Ryan Luke Johns und CTO Dominic Jud; Hauptsitz ist Zürich, dazu Standorte in Austin und Oxford.
Zürich hat einen neuen Robotik-Schwergewichtler. Gravis Robotics bekommt USD 200 Mio. von SoftBank – und zwar in einer Series A. Grösser war eine erste institutionelle Runde in der Baurobotik noch nie.
Was passiert ist
Am 17. August hat Gravis Robotics die Runde offiziell gemacht. SoftBank steckt USD 200 Mio. in das Unternehmen. Gravis nennt es selbst die grösste Series A in der Geschichte der Baurobotik. Das Geld soll den globalen Rollout finanzieren: mehr Maschinen, mehr Märkte, mehr Ingenieurinnen und Ingenieure.
Gravis wurde 2022 als Spin-off der ETH Zürich gegründet. CEO ist Ryan Luke Johns, CTO Dominic Jud. Der Hauptsitz liegt in Zürich, dazu kommen Standorte in Austin (Texas) und Oxford. Die Systeme sind laut Firma bereits auf vier Kontinenten im Einsatz, bis November soll die Technologie in sieben Ländern laufen. Zu den Kunden und Partnern zählen Holcim, Taylor Woodrow und HD Hyundai.
Wer investiert
Die Runde kommt von SoftBank. Dai Sakata, Managing Director der SoftBank Group, begründet den Einstieg mit dem Thema Physical AI – also KI, die nicht nur rechnet, sondern physisch etwas bewegt. Genau dort will SoftBank die nächste Phase des KI-Zyklus sehen. Vor dieser Runde hatte Gravis rund USD 23 Mio. eingesammelt. Der Sprung ist also gewaltig.
Warum der Bagger das härtere KI-Problem ist
Selbstfahrende Autos weichen der Welt aus. Ein Bagger macht das Gegenteil: Er fährt absichtlich in sie hinein, bricht Boden auf, trifft auf versteckte Steine und verändert die Umgebung mit jeder Schaufel. Das macht das Autonomie-Problem deutlich schwieriger – und erklärt, warum Baumaschinen bis heute weitgehend so bedient werden wie vor fünfzig Jahren.
Gravis löst das mit einem Nachrüstsatz statt mit neuen Maschinen. Das Gravis Rack bündelt Sensorik, Rechenleistung und Software und lässt sich auf bestehende Geräte montieren – laut Firma unter anderem auf Modelle von Caterpillar, Case, Develon, John Deere, JCB, Hitachi, Sumitomo, Yanmar und Volvo. Die Modelle werden grösstenteils in der Simulation trainiert. Gravis spricht von bis zu 30 Prozent mehr Produktivität gegenüber manuellem Spitzenbetrieb. Wer will, lässt den Fahrer im Cockpit und nutzt nur den Copiloten mit 3D-Führung und Gefahrenerkennung. Wer weiter gehen will, lässt ganze Flotten aus der Ferne überwachen.
Frisch dazugekommen ist ein Projekt in Grossbritannien: Gravis führt ein staatlich unterstütztes CAM-Pathfinder-Vorhaben über USD 8 Mio. zusammen mit Flannery Plant Hire, dem grössten britischen Vermieter von Baumaschinen mit Bedienpersonal.
Unsere Einordnung
Das ist die wichtigste Schweizer Finanzierungsmeldung dieses Sommers – und sie zeigt etwas Grundsätzliches. Die Schweiz kann Deeptech, der Beweis liegt seit Jahren vor. Was lange fehlte, war Kapital in einer Grössenordnung, mit der man einen Weltmarkt aufrollt. Das kommt nun, aber es kommt aus Tokio, nicht aus Zürich oder Zug.
Wir halten den Retrofit-Ansatz für die klügere Wette. Bauunternehmen tauschen ihre Flotte nicht aus, weil ein Startup das gerne hätte. Ein Kasten, der auf den bestehenden Bagger passt, senkt die Einstiegshürde radikal – und macht Gravis unabhängig davon, welcher Hersteller gerade gewinnt. Das ist Software-Denken in einer Branche, die bisher fast nur Mechanik kannte.
Ein Vorbehalt bleibt: USD 200 Mio. in einer Series A setzen ein Tempo, das geliefert werden muss. Sieben Länder bis November ist ambitioniert, und Baustellen verzeihen wenig. Trotzdem – wenn ein Schweizer Robotik-Startup gerade den Sprung in die Weltliga schafft, dann dieses.
Zum Startup
- Name
- Gravis Robotics
- Phase
- Series A
- Letzte Runde
- USD 200 Mio. (Series A, 2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: gravisrobotics.com
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