GR3N holt EUR 15,5 Mio. für die erste Mikrowellen-Recyclinganlage

- GR3N aus Lugano schliesst eine Series B über EUR 15,5 Mio. ab.
- Angeführt von 360 Capital, mit VP Textile als neuem Investor.
- Das Geld fliesst in MODUS, die erste Industrieanlage mit Mikrowellen-Depolymerisation für PET.
- Die Anlage entsteht in Spanien und soll 40'000 Tonnen pro Jahr verarbeiten.
Das Tessiner Cleantech GR3N will Kunststoff-Recycling neu denken – mit Mikrowellen. Nun steht das Kapital für den nächsten grossen Schritt: die erste Industrieanlage.
Was passiert ist
GR3N aus Lugano hat eine Series-B-Runde über EUR 15,5 Mio. abgeschlossen. Das Unternehmen entwickelt ein chemisches Recyclingverfahren für PET und Polyester, das auf Mikrowellen-gestützter Depolymerisation beruht. Damit lassen sich Kunststoffe in ihre Grundbausteine zerlegen und wieder zu neuem Material verarbeiten – auch dann, wenn sie für klassisches Recycling zu stark verschmutzt oder gemischt sind. Mit dem frischen Kapital treibt GR3N den Bau von MODUS voran, der nach Firmenangaben weltweit ersten Industrieanlage auf Basis dieser Technologie.
Wer investiert
Angeführt wird die Runde von 360 Capital, einem französisch-italienischen VC mit Fokus auf Deeptech und Climate-Tech. Neu mit an Bord ist VP Textile. Zusätzlich hat GR3N für das MODUS-Projekt eine Zusage aus dem EU-Innovationsfonds über EUR 35 Mio. gesichert. Das zeigt: Nicht nur private Investoren, auch die öffentliche Hand setzt auf die Technologie aus dem Tessin.
Warum das Verfahren zählt
Der grösste Teil des weltweiten Kunststoffabfalls wird bis heute nicht recycelt, sondern verbrannt oder deponiert. Chemisches Recycling verspricht hier einen Ausweg, weil es auch schwierige Abfälle in Neuware-Qualität zurückführen kann. MODUS soll in Spanien entstehen, gemeinsam mit dem Anlagenbauer Intecsa Industrial aus der Cobra-IS-Gruppe, und eine Kapazität von 40'000 Tonnen pro Jahr erreichen. Der kommerzielle Betrieb ist für 2030 geplant.
Unsere Einordnung
GR3N gehört zu den spannendsten Cleantech-Wetten der Schweiz, gerade weil das Team den harten Weg geht: eine echte Industrieanlage statt nur Laborversprechen. Das ist mutig und teuer. Genau hier liegt aber auch das Risiko. Chemisches Recycling hat in der Branche schon oft mehr versprochen als gehalten, und der Sprung von der Pilot- zur Grossanlage ist berüchtigt schwierig. EUR 15,5 Mio. plus EU-Förderung sind ein starkes Signal, aber der Bau in Spanien wird deutlich mehr Kapital verschlingen. Wenn MODUS wie geplant läuft, hat das Tessin einen echten Klima-Champion. Bis dahin bleibt es eine Wette auf die Umsetzung.
Zum Startup
- Name
- GR3N
- Phase
- Series B
- Letzte Runde
- EUR 15,5 Mio. (Series B, 2026)
- Kanton
- Tessin
Quelle: startupticker.ch
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