Förder-Ticker KW 45: Prismus holt CHF 150'000 von Venture Kick, die FIT vergibt dreimal CHF 100'000

- Prismus (Marke Lupa) erhält CHF 150'000 von Venture Kick und hat nach eigenen Angaben 30 zahlende Schweizer Deeptech-Kunden.
- Die Fondation pour l'Innovation et la Technologie (FIT) vergibt drei Tech-Seed-Darlehen von je CHF 100'000.
- Biodelphis Therapeutics (EPFL-Spin-off) entwickelt eine gezielte Osteoporose-Therapie, PolaSight (Uni Bern) einen Gewebescanner für den OP.
- Swiss Soil will mit seinem Rebberg-System AGROSTASIS 2028 kommerziell starten und hat zehn Absichtserklärungen.
Kleine Schecks, grosse Hebel: Diese Woche gehen Fördergelder an einen KI-Spezialisten für Forschungsdaten, einen Osteoporose-Entwickler, einen OP-Scanner und einen Weinbau-Dienstleister. Unser Überblick.
Prismus: CHF 150'000 von Venture Kick
Prismus AG baut unter der Marke Lupa eine KI-Plattform, die wissenschaftliche und industrielle Informationen in einem durchsuchbaren System bündelt. KI-Agenten ordnen Märkte, Firmen, Forschende und mögliche Partner nach technologischer Passung. Jede Aussage lässt sich auf ihre Quellen zurückführen. Venture Kick nennt Prismus einen Gewinner, das Team hat die «Kickers Camps» abgeschlossen. Die Meldung nennt CHF 150'000. Zur Einordnung: Das ist die Gesamtsumme, die Venture Kick über alle drei Stufen ausschüttet (CHF 10'000, 40'000 und 100'000).
Laut Firma zahlen bereits 30 Kunden für Lupa, alle sind Schweizer Deeptech-Unternehmen. Sie nutzen das Tool für Kundenansprache, Marktstrategie und Priorisierung. Mit dem Geld will Prismus in Deeptech-Märkten wachsen und Einzelnutzer an Bord holen. Das Team besteht aus CEO Elisabeth Blyumin, CTO Timen van Gelderen, Chief AI Officer Gonçalo Hora de Carvalho und Chief Revenue Officer Peter Kempin. Den Firmensitz nennt die Meldung nicht.
FIT: dreimal Tech Seed mit je CHF 100'000
Die Stiftung FIT hat drei neuen Startups Tech-Seed-Darlehen von je CHF 100'000 zugesprochen. Es sind Darlehen, keine Zuschüsse.
Biodelphis Therapeutics, ein EPFL-Spin-off, will Osteoporose gezielter behandeln. Ein kleiner hemmender Wirkstoff hängt an einem Antikörper, der ihn nur zu knochenabbauenden Zellen bringt. Gesundes Gewebe bleibt verschont. Frühere Wirkstoffe dieser Art wirkten im ganzen Körper und waren deshalb nicht sicher genug. Der Ansatz wird auch bei Lungenkrebs geprüft, bisher mit frühen Tierdaten. Das Darlehen soll klären, ob das Schlaganfallrisiko steigt, und eine erste Studie zum Verhalten des Wirkstoffs im Körper finanzieren. Beides ist Vorarbeit für Studien am Menschen.
PolaSight, ein Spin-off der Universität Bern, entwickelt den Scanner PolaOne. Er liefert Pathologen während einer Krebsoperation in rund 60 Sekunden eine Karte der ganzen frischen Gewebeprobe, ohne Färbung. Die heutige Schnellschnitt-Analyse dauert 20 bis 40 Minuten und prüft nur einen kleinen Teil der Probe. PolaOne wird in mehreren Pathologielabors schon für die Forschung genutzt. Das Darlehen soll die CE-Kennzeichnung bis Anfang 2027 ermöglichen und die ersten Spitalinstallationen vorbereiten.
Swiss Soil (GmbH) betreut Rebberge für Weinbauern. Das System AGROSTASIS kombiniert Boden- und Saftanalysen, Wetterdaten und Mikroskopbilder. Es erkennt Stress oder Nährstoffmangel und empfiehlt Probenahmen und Eingriffe. Das Darlehen deckt den Anteil von CHF 66'000 an einem zweijährigen Innosuisse-Projekt mit der Weinbauschule Changins. Getestet wird 2027 und 2028 in Rebbergen. Zudem löst es CHF 100'000 Unterstützung des Kantons Waadt aus. Swiss Soil hat zehn Absichtserklärungen unterschrieben, der kommerzielle Start ist für 2028 geplant. Vor der ersten Finanzierungsrunde will das Team eine AG gründen.
Unsere Einordnung
Diese Woche zeigt, wie Schweizer Frühfinanzierung funktioniert. Kein Geld fliesst blind. Es hängt an Meilensteinen: eine CE-Kennzeichnung, ein Sicherheitstest, ein Feldversuch. Das gefällt uns. Die Darlehen der FIT zwingen Teams zu klaren Zielen, bevor Wagniskapital kommt.
Am meisten überzeugt uns Prismus. Dreissig zahlende Kunden vor der nächsten Runde sind selten. Ein Hinweis zur Fairness: Die Kundenzahl stammt von der Firma selbst. Bei PolaSight ist die Zeitplanung eng. CE-Kennzeichnung bis Anfang 2027 ist ehrgeizig. Wir schauen im Frühling nach.
Quelle: fondation-fit.ch
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