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Förder-Ticker KW 35: Die FIT gibt vier Waadtländer Teams CHF 320'000

Redaktion·27. Aug. 2026·4 Min.
Förder-Ticker KW 35: Die FIT gibt vier Waadtländer Teams CHF 320'000
In 30 Sekunden gelesen
  • Die Waadtländer Stiftung FIT unterstützt vier Startups aus dem Kanton über ihre Digital-Programme.
  • WasteFlow erhält ein Digital-Growth-Darlehen über CHF 200'000 für seine KI-Bildanalyse in Sortieranlagen.
  • DOCumenter und Nextrainers bekommen je ein Digital-Seed-Darlehen über CHF 50'000, RiveLock einen Digital Grant über CHF 20'000.
  • Am 17. September vergibt die FIT zudem den FIT Impact Grand Prix über CHF 20'000 plus einen Publikumspreis über CHF 5'000.

Vier Zusagen, ein Kanton, zusammen CHF 320'000: Die Stiftung für Innovation und Technologie (FIT) hat vier Waadtländer Startups über ihre Digital-Programme unterstützt. Kein einzelner Betrag ist gross. Zusammen zeigen sie aber ziemlich genau, wo die Westschweizer Digitalszene gerade Geld hineinlegt.

WasteFlow: CHF 200'000 für die KI im Sortierwerk

Den grössten Batzen holt WasteFlow. Das 2023 gegründete Lausanner Startup bekommt ein Digital-Growth-Darlehen über CHF 200'000. WasteFlow hängt Kameras über die Förderbänder von Sortieranlagen und lässt eine Bildanalyse mitlaufen. Die Software erkennt, welche Materialien vorbeilaufen, schätzt Volumen und Masse und schlägt Alarm, wenn gefährliche Objekte wie Batterien im Strom liegen. Die Betreiber sehen die Daten in Echtzeit auf einem Dashboard. Ziel: weniger Stillstand, weniger Brände, saubere Fraktionen und mehr durchgesetzte Menge. Die Technologie läuft laut Firmenangaben bereits in mehreren Anlagen in der Schweiz sowie in Frankreich und Spanien.

DOCumenter: CHF 50'000 gegen den Papierkram im Sprechzimmer

DOCumenter erhält ein Digital-Seed-Darlehen über CHF 50'000. Das Team sitzt am Biopôle in Epalinges und baut eine KI-Dokumentation für Praxen und Spitäler: Das Gespräch wird mitgehört und automatisch in einen strukturierten Bericht verwandelt, Dokumente werden eingelesen und sortiert, Berichte in Sekunden erzeugt. Das Verkaufsargument ist weniger die Funktion als der Ort der Verarbeitung. DOCumenter betreibt eigene Server in der Schweiz und arbeitet nach eigenen Angaben ohne Cloud-Abhängigkeit. Für ein Feld, in dem Ärztinnen und Ärzte über 30 Prozent ihrer Zeit mit Administration verbringen, ist das ein sehr konkretes Versprechen.

Nextrainers: CHF 50'000 für das Fussballtraining aus dem Automaten

Ebenfalls CHF 50'000 als Digital-Seed-Darlehen gehen an Nextrainers. Die App stellt Fussballtrainern eine komplette Trainingseinheit zusammen, abgestimmt auf Mannschaft, Trainingsziel und die realen Einschränkungen des Abends. Wer je als Juniorentrainer um 22 Uhr noch eine Übungsreihe für den nächsten Tag gesucht hat, versteht den Nutzen sofort. Die App ist für iOS und Android verfügbar.

RiveLock: CHF 20'000 für sichere Baustellen-Zahlungen

Den kleinsten Beitrag, einen Digital Grant über CHF 20'000, erhält RiveLock. Das Startup baut eine bedingte Zahlungsplattform für Renovationen: Der Kunde hinterlegt das Geld bei einem zugelassenen Schweizer Zahlungspartner, freigegeben wird erst nach Abnahme der Arbeit. Anzahlungen und verschobene Termine sind im Modell vorgesehen, weil Baustellen nun einmal so laufen.

Und in drei Wochen: FIT Impact Awards

Vormerken: Am 17. September findet die dritte Ausgabe der FIT Impact Awards statt, dieses Jahr im Rahmen von Showcase und in Partnerschaft mit dem Enterprise for Society Centre (E4S). Fünf Finalistenprojekte pitchen, die Jury vergibt einen Grand Prix über CHF 20'000, das Publikum zusätzlich einen Publikumspreis über CHF 5'000.

Unsere Einordnung

CHF 320'000 verteilt auf vier Teams klingt nach wenig, und gemessen an einer Series A ist es das auch. Nur ist das der falsche Massstab. Die FIT-Stufen sind Sprungbretter: Ein Digital Grant über CHF 20'000 bezahlt keine Firma, aber er bezahlt den Prototyp, mit dem man vor einen Angel treten kann. Genau dieses unterste Segment ist in der Schweiz chronisch unterversorgt, weil Business Angels lieber später einsteigen und Venture Kick nur eine begrenzte Zahl Plätze hat.

Auffällig ist die Bandbreite. WasteFlow und DOCumenter lösen harte industrielle beziehungsweise regulatorische Probleme, Nextrainers und RiveLock sind schlanke Anwendungsfälle mit klarem Kundennutzen. Dass eine kantonale Stiftung beides finanziert, halten wir für richtig. Nicht jedes Startup muss Deeptech sein, um ein Geschäft zu tragen. Was uns fehlt, ist die Sichtbarkeit danach: Von den Waadtländer Digital-Seed-Empfängern der letzten Jahre hört man selten wieder etwas. Ein öffentlich nachgeführtes Portfolio mit Status würde der FIT gut anstehen.

Quelle: fondation-fit.ch

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