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Förder-Ticker KW 34: EUR 2,2 Mio. für AMiquam, drei Schweizer im DayOne-Jahrgang, zehn Cleantechs nach München

Redaktion·23. Aug. 2026·4 Min.
Förder-Ticker KW 34: EUR 2,2 Mio. für AMiquam, drei Schweizer im DayOne-Jahrgang, zehn Cleantechs nach München
In 30 Sekunden gelesen
  • AMiquam SA aus Gland (VD) führt ein Eurostars-Konsortium über EUR 2,2 Mio. zu präzisem Metall-3D-Druck an.
  • Mit dabei: Gravity Pull Systems aus Neuenburg sowie Minds & Co und das Danish Technological Institute aus Dänemark.
  • Isospec Analytics, MOLECL und Humaniche gehören zu den 15 Startups im DayOne-Accelerator 2026 in Basel.
  • Zehn Schweizer Cleantech-Startups fahren im November zur Venture-Leaders-Roadshow nach München.

Nicht jede Förderung ist eine Finanzierungsrunde. Diese Woche stehen drei sehr unterschiedliche Formen nebeneinander: ein europäischer Forschungszuschuss, ein Accelerator-Platz und ein Ticket zu Investoren. Wir bündeln sie.

AMiquam führt ein Konsortium über EUR 2,2 Mio.

Die AMiquam SA aus Gland im Kanton Waadt führt ein Konsortium an, das einen Eurostars-Zuschuss über EUR 2,2 Mio. erhalten hat. AMiquam baut drahtlose Sensoren, die Metallteile während des 3D-Drucks Schicht für Schicht prüfen. Das Verfahren arbeitet mit Wirbelströmen und meldet Fehler während des Baus statt danach. Im Konsortium sitzen ausserdem Gravity Pull Systems aus Neuenburg sowie Minds & Co und das Danish Technological Institute aus Dänemark. Das Projekt soll Laserstrategien entwickeln und künstliche Intelligenz auf die Baudaten anwenden – stabilere Fertigung, schärfere Fehlererkennung und eine Zertifizierung, die im Druckprozess selbst entsteht. Es ist AMiquams zweites europäisches Projekt in zwei Jahren; 2024 kam der Beitritt zum DILAPRO-Konsortium, einem Horizon-Europe-Projekt über EUR 6,33 Mio.

Drei Schweizer Teams im DayOne-Accelerator

Isospec Analytics, MOLECL und Humaniche gehören zu den 15 Startups, die Basel Area Business & Innovation für den DayOne-Accelerator 2026 ausgewählt hat. Das Programm richtet sich an Healthtech- und Techbio-Teams, deren Technologie die Forschung und Entwicklung der Pharmaindustrie beschleunigt. Isospec Analytics aus Lausanne unterscheidet Metaboliten und Biomarker, die herkömmliche Massenspektrometrie nicht auseinanderhält. Das Programm startet am 7. und 8. September mit einem Bootcamp in Basel, läuft drei Monate hybrid und endet Anfang Dezember mit einem Showcase. Es ist beteiligungsfrei und kostenlos. Bis zu drei Teams erhalten danach über DayOne NEXT je CHF 50'000 nicht verwässernde Mittel, Unterstützung im Wert von bis zu CHF 50'000 und ein Jahr Arbeitsplatz im Switzerland Innovation Park Basel Area.

Zehn Cleantechs fahren nach München

Aus über 70 Bewerbungen hat eine Jury aus Investoren und Cleantech-Fachleuten zehn Schweizer Startups für die Venture-Leaders-Cleantech-Roadshow ausgewählt. Sie reisen vom 9. bis 13. November nach München. Die Themen reichen von günstiger erneuerbarer Energie über Speicher der nächsten Generation und Methanreduktion bis zu zirkulären Materialien, industrieller Effizienz und nachhaltiger Mobilität. Auf dem Programm stehen Investorentreffen, Netzwerkanlässe und Workshops. Organisiert wird die Reise von Venturelab, unterstützt von Axpo, EPFL, ETH Zürich, Helbling Technik, Rentsch Partner, dem Kanton Waadt und VISCHER.

Unsere Einordnung

Am meisten Substanz hat der Eurostars-Zuschlag. EUR 2,2 Mio. sind für ein Waadtländer Sensorik-Team viel Geld, und die Führungsrolle im Konsortium ist der eigentliche Gewinn: Wer das Projekt koordiniert, sitzt bei den Spezifikationen am Tisch. Dass mit Gravity Pull Systems ein zweites Schweizer Startup mitfährt, macht daraus einen kleinen, aber echten Cluster im industriellen 3D-Druck.

Bei DayOne und Venture Leaders ist Vorsicht angebracht: Beides sind Programme, kein Kapital. Sie bringen Zugang – zu Pharma-Entscheidern in Basel, zu Investoren in München. Das ist wertvoll, aber es zahlt keine Löhne. Wir hätten gern eine Zahl daneben, wie viele Teilnehmenden der vergangenen Jahrgänge danach tatsächlich eine Runde geschlossen haben. Solange die fehlt, bleibt der Auswahl-Erfolg vor allem ein gutes Signal an die nächsten Investoren – nicht mehr, aber auch nicht wenig.

Quelle: amiquam.ch

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