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ExpansionVerifiziert

finpension knackt 6 Milliarden Franken – und will jetzt die Banklizenz

Redaktion·14. Aug. 2026·4 Min.
finpension knackt 6 Milliarden Franken – und will jetzt die Banklizenz
In 30 Sekunden gelesen
  • Seit Anfang August 2026 sind über 6 Milliarden Franken über finpension investiert. Anfang September 2025 waren es noch 4 Milliarden – ein Plus von 50 Prozent in weniger als einem Jahr.
  • Über 75'000 Kundinnen und Kunden nutzen die Vorsorge- und Anlagelösungen des Luzerner Fintechs.
  • finpension wurde 2016 von den ehemaligen Private Bankern Beat Bühlmann und Ivo Blättler gegründet und ist bankenunabhängig.
  • Nächste Ziele: eine eigene Banklizenz und der Einstieg ins Hypothekargeschäft.

Sechs Milliarden Franken. So viel Geld liegt seit Anfang August auf den Vorsorge- und Anlagedepots von finpension. Vor einem Jahr waren es vier. Das Luzerner Fintech wächst gerade in einem Tempo, das etablierte Banken nervös machen sollte.

Was passiert ist

finpension hat Anfang August die Marke von 6 Milliarden Franken verwaltetem Vermögen überschritten. Anfang September 2025 lag der Wert noch bei 4 Milliarden. Das entspricht einem Wachstum von 50 Prozent in weniger als einem Jahr. Parallel dazu ist auch die Kundenzahl kräftig gestiegen: Über 75'000 Personen nutzen inzwischen die Lösungen des Unternehmens.

«Geldanlegen ist viel einfacher als früher. Wer keine einfachen, digitalen Anlagelösungen anbietet, kann insbesondere die junge Generation nicht überzeugen», sagt Gründer und Initiant Beat Bühlmann. Er hat finpension 2016 zusammen mit Ivo Blättler gegründet. Beide kommen aus dem Private Banking.

Wie das Modell funktioniert

finpension startete mit einer digitalen Lösung für die 1e-Vorsorge – also für Kaderleute, die ihr Pensionskassenguthaben oberhalb einer bestimmten Schwelle selbst anlegen dürfen. Später kamen Freizügigkeitsdepots, die Säule 3a und freies Anlegen dazu.

Entscheidend ist die Struktur dahinter. Das Unternehmen wurde bewusst unabhängig von Banken gegründet. Dank eigener Vorsorgestiftungen und der FINMA-Lizenz als kontoführendes Wertpapierhaus führt finpension die Kundendepots selbst. Es sitzt also kein Depotpartner dazwischen, der mitverdient. Genau daher kommen die tiefen Gebühren, die in jedem Vergleichstest auftauchen.

Was als Nächstes kommt

finpension strebt eine eigene Banklizenz an. Und in naher Zukunft will das Unternehmen ins Hypothekargeschäft einsteigen. Damit würde aus dem Vorsorge-Spezialisten schrittweise ein Vollanbieter – nur eben ohne Filialnetz und ohne die Kostenstruktur, die daran hängt.

Unsere Einordnung

Diese Zahl ist beeindruckender, als sie auf den ersten Blick wirkt. 50 Prozent Wachstum bei verwaltetem Vermögen ist in einem Jahr ohne Boom-Markt kaum durch Kurssteigerungen zu erklären – da kommt echtes Neugeld herein. Und zwar bei einem Anbieter, der nie mit Werbebudgets um sich geworfen hat und seit 2019 schwarze Zahlen schreibt. Das ist die unspektakuläre, gesunde Art zu wachsen.

Der eigentliche Wettbewerbsvorteil ist strukturell, nicht technologisch. Eine schöne App bauen können viele. Eigene Vorsorgestiftungen betreiben und als Wertpapierhaus die Depots selbst führen – das ist ein regulatorischer Graben, den man nicht in zwei Jahren überspringt. Genau deshalb funktionieren die tiefen Preise, und genau deshalb lässt sich das Modell nicht einfach kopieren.

Beim nächsten Schritt werden wir kritischer. Banklizenz und Hypotheken bedeuten Bilanzgeschäft, Zinsrisiko und deutlich mehr Regulierung. Das ist etwas grundlegend anderes, als Kundendepots zu verwalten. Viele Fintechs haben genau an dieser Schwelle ihre Schlankheit verloren. finpension hat sich bisher jeden Schritt sauber erarbeitet – wir drücken die Daumen, dass die Firma dabei bleibt, was sie stark gemacht hat: günstig, transparent und ohne Ballast.

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Name
finpension
Phase
Growth
Kanton
Luzern
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Quelle: moneycab.com

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