EY Entrepreneur Of The Year 2026: Fünf der neun Finalisten kommen aus der Startup-Szene

- Dreizehn Unternehmerpersönlichkeiten und neun Firmen stehen im Final des EY Entrepreneur Of The Year 2026.
- Beworben hatten sich 70 Persönlichkeiten mit 57 Unternehmen; die Finalisten kommen aus sechs Kantonen.
- In der Kategorie Scale-up Leaders treten CUTISS, ofinto und REGENERA an.
- Die Preisverleihung findet am 23. Oktober 2026 im Kongresshaus Zürich statt.
EY hat die Finalisten des Entrepreneur Of The Year 2026 bekannt gegeben: dreizehn Unternehmerpersönlichkeiten, neun Firmen, sechs Kantone. Für die Startup-Szene ist die Liste dieses Jahr besonders lesenswert.
Was passiert ist
70 Unternehmerpersönlichkeiten mit 57 Firmen hatten sich für das Programm 2026 beworben. Eine elfköpfige unabhängige Jury hat daraus die Finalisten gewählt. Das Programm läuft in der Schweiz zum 29. Mal. Vergeben wird in drei Kategorien: Scale-up Leaders, Visionary Entrepreneurs und Entrepreneurs in Family Business. Die Verleihung steigt am 23. Oktober 2026 im Kongresshaus Zürich.
Das Tessin stellt mit vier Nominierten die grösste Delegation, gefolgt vom Kanton Schwyz mit drei. Dazu kommen Genf, Jura, St. Gallen und Zürich.
Diese Startups und Scale-ups sind dabei
In der Kategorie Scale-up Leaders treten drei Firmen an. Daniela Marino führt CUTISS aus Zürich, das mit denovoSkin eine personalisierte Gewebetherapie auf Basis lebender menschlicher Haut entwickelt – für Patienten nach schweren Verbrennungen und für rekonstruktive Eingriffe. Jonas Romer und Christian Stiefel stehen für ofinto aus St. Gallen: ergonomische Büromöbel im Direktvertrieb, 2020 gegründet, heute in fünf europäischen Ländern, über 64'000 Kunden, rund 20 Mitarbeitende – und ohne externe Finanzierung gewachsen. Giuseppe Perale entwickelt mit REGENERA im Tessin unter dem Namen SpinoSave eine Therapie, bei der körpereigene Stammzellen aus Fettgewebe in ein abbaubares Hydrogel eingebettet und am verletzten Rückenmark eingesetzt werden.
Bei den Visionary Entrepreneurs sind zwei weitere Namen aus der Tech-Szene vertreten. Kai Eberhardt und Manuel Baumann digitalisieren mit Oviva die Behandlung von Adipositas und Diabetes; die Firma ist in der Schweiz, Deutschland und Grossbritannien aktiv und hat nach eigenen Angaben mehr als eine Million Patienten begleitet. Thomas Taroni baut mit PHOENIQS souveräne KI- und Cloud-Infrastruktur in der Schweiz. Dazu kommt die Pharmagruppe FarmaMondo mit den Gründern Yaron Spigel, Guy Jacoel und Luciano Deportu.
Die dritte Kategorie gehört den Familienunternehmen: BIWI aus dem Jura unter Pascal Bourquard Jr, Cerutti Toitures aus Genf unter Valentin Cerutti und V. Guimet Fils, ebenfalls Genf, unter Sylvain Roch.
Unsere Einordnung
Der EY-Award ist traditionell eine KMU- und Familienunternehmen-Bühne. Dass fünf von neun Firmen aus dem Startup- und Scale-up-Umfeld kommen, ist deshalb eine Ansage. Die Schweizer Gründerszene ist im etablierten Wirtschaftsestablishment angekommen – nicht als Kuriosität, sondern als ernstzunehmender Teil der Volkswirtschaft.
Besonders bemerkenswert finden wir ofinto. Ein bootstrapped E-Commerce-Unternehmen aus St. Gallen, das ohne einen Franken Risikokapital in fünf Länder expandiert, steht in dieser Runde neben Biotech-Firmen, die dreistellige Millionenbeträge verbrannt haben. Das ist ein gesunder Kontrapunkt zur Erzählung, dass Wachstum nur mit VC-Geld geht.
Auffällig ist auch die geografische Verteilung. Tessin und Schwyz stellen zusammen sieben der dreizehn Nominierten, Zürich nur eine. Das dürfte teilweise Zufall der Bewerbungslage sein. Trotzdem: Wer Innovation in der Schweiz automatisch an der Limmat verortet, liegt zunehmend daneben.
Ein Wermutstropfen bleibt: Unter den dreizehn Nominierten ist nur eine Frau. Bei einem Programm, das sich als Abbild des Schweizer Unternehmertums versteht, ist das ein Befund, über den man reden sollte – über die Jury hinaus, im ganzen Ökosystem.
Quelle: moneycab.com
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