Exentis holt CHF 22 Mio. Auftrag aus Asien – 15 Anlagen für die Consumer-Elektronik

- Exentis hat mit einem neuen Kunden in Asien einen Rahmenvertrag über 15 Produktionsanlagen unterschrieben.
- Das Auftragsvolumen liegt bei rund CHF 22 Mio., umgerechnet etwa USD 27,5 Mio.
- Die Anlagen sollen Bauteile für den Consumer-Elektronik-Markt in Grossserie fertigen.
- Kunde und Land nennt das Aargauer Unternehmen nicht.
Exentis aus Stetten hat einen Rahmenvertrag über 15 Produktionsanlagen in Asien unterschrieben. Auftragsvolumen: rund CHF 22 Mio. Für ein Schweizer Fertigungsunternehmen dieser Grösse ist das eine Hausnummer.
Was passiert ist
Die Exentis Group hat mit einem neuen Kunden in Asien einen Rahmenvertrag abgeschlossen. Er umfasst 15 Exentis-Produktionsanlagen und ein Auftragsvolumen von rund CHF 22 Mio., umgerechnet etwa USD 27,5 Mio. Die Anlagen sollen Bauteile für den Markt der Consumer-Elektronik in Grossserie herstellen. Wer der Kunde ist und in welchem Land er sitzt, nennt Exentis nicht.
Was Exentis eigentlich macht
Das Unternehmen mit Sitz in Stetten im Aargau betreibt keine klassische 3D-Drucker-Fertigung. Exentis arbeitet mit einem additiven Siebdruckverfahren: Material wird Schicht für Schicht durch Siebe aufgetragen, hunderte Lagen übereinander. Der Vorteil liegt im Tempo. Wo pulverbettbasierte Verfahren pro Bauteil rechnen, rechnet Exentis in Millionen Teilen pro Jahr. Die Technologieplattform ist auf Industrie- und Reinraumanwendungen ausgelegt.
Warum ausgerechnet Consumer-Elektronik
Consumer-Elektronik ist für Exentis attraktiv, weil dort zwei Dinge zusammenkommen, die sonst selten zusammenpassen: sehr hohe Stückzahlen und sehr enge Anforderungen an Präzision, Bauteilleistung und Kosten pro Teil. Genau in dieser Kombination will das Unternehmen seinen Vorteil ausspielen. Der Auftrag ist ein Beleg dafür, dass die Technologie den Sprung aus dem Pilotstadium in die Serienfertigung schafft – und zwar dort, wo die Elektronikfertigung tatsächlich stattfindet.
Exentis ist dabei kein Neuling. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz 2025 um 31 Prozent auf rund CHF 31 Mio. Im laufenden Jahr stieg zudem Haute Capital Partners als Investor ein und zeichnete 420'000 Aktien für CHF 4,96 Mio.
Unsere Einordnung
Das ist eine der besseren Schweizer Industriegeschichten dieses Sommers. Ein Rahmenvertrag über 15 Anlagen ist kein Pilotprojekt, sondern eine Produktionsentscheidung des Kunden. Und CHF 22 Mio. entsprechen rund 70 Prozent des letztjährigen Umsatzes – das verändert die Grössenordnung des Unternehmens spürbar.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Ein Rahmenvertrag ist noch kein abgerufener Auftrag; wie schnell die 15 Anlagen tatsächlich bestellt und geliefert werden, bleibt offen. Und die vollständige Anonymität des Kunden ist zwar branchenüblich, macht die Meldung aber schwer überprüfbar. Wer von aussen einschätzen will, wie belastbar der Deal ist, hat wenig in der Hand.
Trotzdem: Ein Aargauer Unternehmen, das asiatischen Elektronikherstellern seine Fertigungstechnologie verkauft statt umgekehrt, ist die bessere Version der Standortdebatte. Nicht Produktion zurückholen, sondern Produktionstechnologie exportieren. Das passt zur Schweiz – und es ist skalierbarer.
Zum Startup
- Name
- Exentis Group
- Phase
- Growth
- Letzte Runde
- Beteiligung von Haute Capital Partners: 420'000 Aktien für CHF 4,96 Mio. (2026)
- Kanton
- Aargau
Quelle: exentis-group.com
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