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Finanzierung

EIC Accelerator: Vier Schweizer Deeptech-Startups holen EU-Millionen

Redaktion·1. Aug. 2026·5 Min.
EIC Accelerator: Vier Schweizer Deeptech-Startups holen EU-Millionen
In 30 Sekunden gelesen
  • Vier Schweizer Deeptech-Startups sind in der jüngsten Runde des EIC Accelerator ausgewählt worden.
  • Nanoflex Robotics sichert sich mit EUR 12,5 Mio. (Zuschuss plus EIC-Fund-Beteiligung) den grössten Anteil.
  • BTRY, 8inks und Perovskia Solar erhalten je gut EUR 2 Mio. für Batterie- und Solartechnik.
  • Seit der Assoziierung an Horizon Europe können Schweizer Startups wieder gleichberechtigt EU-Gelder holen.

Die Schweiz gehört wieder zu den grossen Gewinnern beim EU-Innovationsprogramm. Vier Deeptech-Startups holen aus der jüngsten Runde des European Innovation Council zusammen Millionen an Zuschüssen und Beteiligungen. Drei arbeiten an Cleantech, eines an Medtech.

Was passiert ist

Der European Innovation Council (EIC) hat 38 Startups und KMU für eine Förderung ausgewählt. Vier davon kommen aus der Schweiz. Von 87 Firmen, die es bis ins Jury-Interview geschafft hatten, kam damit weniger als die Hälfte durch. Insgesamt vergibt der EIC in dieser Runde 90 Millionen Euro an Zuschüssen. Weitere 202 Millionen Euro sind für mögliche Eigenkapitalbeteiligungen reserviert. 84 Prozent der Firmen erhalten eine Kombination aus beidem. Vertreten sind 16 Länder. Die meisten Firmen stammen aus Frankreich, Grossbritannien, Deutschland und Schweden. Die Schweiz folgt mit vier Unternehmen auf einem der vordersten Plätze.

Wer das Geld bekommt

Den grössten Betrag sichert sich Nanoflex Robotics aus Glattbrugg mit 12,5 Millionen Euro. Das Geld teilt sich in einen Zuschuss von 2,5 Millionen und eine Beteiligung des EIC Fund über 10 Millionen. Der ETH-Spin-off steuert mit Magnetfeldern ultraflexible Mikroroboter durch Blutgefässe, um bei Schlaganfallpatienten Blutgerinnsel zu entfernen. Das soll sogar ferngesteuert aus einem anderen Spital funktionieren. Erste klinische Studien sind für Ende 2026 geplant.

BTRY aus Dübendorf erhält 2,2 Millionen Euro. Der Spin-off von Empa und ETH Zürich fertigt Dünnschicht-Feststoffbatterien mit Verfahren aus der Halbleiterproduktion. Die Zellen laden in rund einer Minute, sind nicht brennbar und halten hohen Temperaturen stand. Zielmärkte sind Smart Labels, Industriesensoren und Wearables, nicht Elektroautos.

8inks aus dem Kanton Zürich bekommt 2,4 Millionen Euro. Der ETH-Spin-off hat eine Beschichtungstechnologie für Batterieelektroden entwickelt. Statt einer einzelnen Schicht trägt das Verfahren mehrere Lagen in einem Durchgang auf. Das soll die Beschichtung bis zu zehnmal schneller machen. Perovskia Solar aus Aubonne im Kanton Waadt erhält 2,25 Millionen Euro. Der Empa-Spin-off druckt Perowskit-Solarzellen in beliebigen Formen, die Innen- wie Aussenlicht nutzen und Geräte energieautark machen. Der EIC Fund will sich zusätzlich an der kommenden Finanzierungsrunde der Firma beteiligen.

Warum diese Runde besonders ist

Bemerkenswert ist vor allem die Vorgeschichte. Zwischen 2021 und 2024 waren Schweizer Firmen von der direkten EU-Forschungsförderung ausgeschlossen. Mit der Unterzeichnung des Programmabkommens im November 2025 ist die Schweiz rückwirkend per 1. Januar 2025 an Horizon Europe assoziiert. Seither können sich Schweizer Startups wieder gleichberechtigt bewerben. Anders als britische Firmen kommen sie auch an die Eigenkapitalkomponente heran. Bereits im Februar 2026 waren nach vierjähriger Pause vier Schweizer Startups ausgewählt worden. Der Swiss Accelerator von Innosuisse, die nationale Notlösung der Ausschlussjahre, schreibt im Gegenzug keine neuen Calls mehr aus.

Unsere Einordnung

Das ist eine starke Runde für die Schweiz. Vier Firmen unter 38 sind ein Achtungserfolg, gerade nach vier Jahren an der Seitenlinie. Auffällig ist die Qualität: drei Cleantech-Firmen und ein Medtech, alle mit echter Tiefe in der Technologie und klarem Marktbezug. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis starker Hochschulen wie ETH und Empa.

Entscheidend ist die Eigenkapitalkomponente des EIC Fund. Genau hier hakt es in der Schweiz seit Jahren: Für grosse, kapitalintensive Deeptech-Runden fehlt heimisches Wachstumskapital. Dass Brüssel bei Nanoflex allein 10 Millionen Euro als Beteiligung mitbringt, ist deshalb mehr wert als jeder Zuschuss. Zugleich ist die Abhängigkeit von EU-Geld eine Mahnung. Die Assoziierung an Horizon Europe ist politisch nicht in Stein gemeisselt. Die Schweiz sollte die Rückkehr feiern und trotzdem den eigenen Kapitalmarkt für Scale-ups weiter stärken.

Quelle: bitcoinnews.ch

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