Dgtis übernimmt Objectis – aus zwei Yverdoner Software-Häusern wird eines

- Objectis und Dgtis aus Yverdon-les-Bains schliessen sich zusammen; Objectis geht in Dgtis auf.
- Die Produkte Seganto, InstantUX und Concept/Convergence sowie die Mitarbeitenden wechseln zu Dgtis.
- Dgtis übernimmt auch laufende Verträge, Lizenzen und den Support.
- Die neue Organisation zählt rund zwanzig Spezialisten für Industriesoftware.
Zwei Software-Häuser aus Yverdon-les-Bains werden eins. Objectis geht in Dgtis auf – Produkte, Verträge und Mitarbeitende inklusive.
Was passiert ist
Dgtis SA und Objectis SA, beide in Yverdon-les-Bains beheimatet, haben ihren Zusammenschluss angekündigt. Die Objectis-Lösungen wechseln zu Dgtis: die Planungssoftware Seganto, die Bedienoberflächen-Produkte InstantUX und das Framework Concept/Convergence. Mit ihnen gehen die Mitarbeitenden über. Dgtis übernimmt zudem laufende Verträge, Lizenzen und Supportleistungen. Beide Firmen betonen, dass Kunden ihre Produkte, ihren Support und ihre Ansprechpartner behalten.
Die neue Organisation bringt rund zwanzig Spezialisten für Industriesoftware zusammen. Im Herbst 2026 soll das Angebot um Ologrid erweitert werden, eine Plattform für den Austausch industrieller Daten.
Wer hier zusammengeht
Objectis wurde 2011 gegründet und hat sich auf die Digitalisierung von Produktionsabläufen spezialisiert: Planung, Feinsteuerung, Fertigungssteuerung und Bedienoberflächen. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen über 250 Kunden begleitet, darunter Bobst, Georg Fischer, Sylvac, Mikron und Distalmotion.
Dgtis entstand Ende 2021 und deckt die Ebene direkt an der Maschine ab: Mensch-Maschine-Schnittstellen, industrielle Bildverarbeitung, Produktionsdaten und eingebettete Intelligenz. Zum Angebot gehören der Orchestrator Orchestria und das Bildverarbeitungsmodul Lensia.
Warum der Zusammenschluss Sinn ergibt
Die beiden Firmen sassen bisher auf verschiedenen Stockwerken derselben Fabrik. Dgtis arbeitet an der Maschine, Objectis in der Werkstatt und in der Planung. Wer heute eine Produktion digitalisiert, will beides aus einer Hand – und nicht zwei Anbieter koordinieren, deren Software sich an der Schnittstelle streitet. Genau diese Lücke schliesst der Zusammenschluss.
Der Standort passt ebenfalls. Yverdon-les-Bains liegt mitten im Waadtländer Technologiegefäss rund um den Y-Parc und nahe an der Präzisionsindustrie des Jurabogens. Kunden wie Bobst, Georg Fischer oder Mikron sitzen praktisch vor der Tür.
Unsere Einordnung
Das ist kein spektakulärer Exit, sondern ein sinnvoller. Objectis hat in fünfzehn Jahren Produkte gebaut, die laufen und gepflegt werden müssen. Dgtis hat die jüngere Mannschaft und die Ebene darunter. Zusammen ergibt das eine Firma, die einem Maschinenbauer die ganze Software-Kette anbieten kann – von der Steuerung im Gerät bis zur Planung in der Halle.
Die Grösse bleibt allerdings bescheiden. Rund zwanzig Leute sind gegen deutsche und amerikanische Anbieter von Fertigungssoftware wenig. Der Vorteil liegt woanders: eigene, langfristig gepflegte Produkte und Kundennähe in einer Region, in der Maschinenbauer genau das schätzen.
Ob es reicht, entscheidet sich im Herbst. Eine Plattform für industriellen Datenaustausch ist ein deutlich grösseres Versprechen als ein Generator für Bedienoberflächen – und ein deutlich härterer Markt. Wir schauen uns Ologrid an, sobald es draussen ist.
Quelle: objectis.com
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