DeepPsy erhält CHF 1,99 Mio. vom SNF – Zürcher Team testet Hirnstrom-Analyse gegen Depression an 500 Patienten

- Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) fördert DeepPsy mit CHF 1,99 Mio. für die Studie PRECISE MDD.
- Geplant ist eine vierjährige, dreifach verblindete, randomisierte Multizenterstudie mit 500 Patienten mit schwerer Depression.
- Verglichen wird eine Therapiewahl mit DeepPsys EEG/EKG-Bericht gegen die Standardempfehlung.
- Beteiligt sind universitäre psychiatrische Zentren in Zürich, Bern und Basel; ein unabhängiges akademisches Konsortium führt die Studie.
Depression ist häufig. Die richtige Therapie zu finden, dauert oft zu lang. DeepPsy aus Zürich will das ändern und bekommt dafür Geld vom Nationalfonds.
Was passiert ist
Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) fördert DeepPsy mit CHF 1,99 Millionen. Das Geld finanziert die Studie PRECISE MDD. Es ist eine geplante, vierjährige Multizenterstudie. Sie ist randomisiert und dreifach verblindet.
500 Patientinnen und Patienten mit schwerer Depression nehmen teil. Eine Gruppe erhält eine Therapieempfehlung auf Basis des DeepPsy-Berichts. Die andere Gruppe erhält die Standardempfehlung. Die Studie schaut auch auf biologische Veränderungen und auf die Kosten im Gesundheitswesen.
Durchgeführt wird sie an den universitären psychiatrischen Zentren in Zürich, Bern und Basel. Ein unabhängiges akademisches Konsortium führt die Studie. DeepPsy liefert die EEG/EKG-Analysesoftware und die Biomarker-Berechnungen.
Wer zahlt
Es ist keine klassische Finanzierungsrunde. Es fliesst kein Risikokapital, sondern öffentliche Forschungsförderung. Der SNF ist der alleinige Geldgeber der Studie. Das ist wichtig. Der Staat bezahlt hier den Beweis, nicht das Wachstum.
Was DeepPsy macht
DeepPsy erstellt aus EEG- und EKG-Aufzeichnungen klinische Berichte. Sie helfen Ärzten, Behandlungsoptionen bei Depression zu vergleichen. Auf der Website genannt werden Antidepressiva, rTMS-Protokolle, Ketamin und Elektrokrampftherapie.
Die Firma verweist auf eine um 21 Prozent höhere Ansprechrate bei unterstützten Therapien. Quelle ist ein Preprint auf medRxiv. Ein Preprint ist noch nicht von Fachleuten begutachtet. Genau deshalb ist die neue Studie so wichtig.
Der Kontext: Therapiewahl per Versuch und Irrtum
Bei Depression wird die Behandlung heute oft ausprobiert. Wirkt ein Medikament nicht, folgt das nächste. Das kostet Wochen. Für Betroffene ist das hart. Messbare Biomarker könnten diesen Weg abkürzen. Ob Hirnstrom und Herzrhythmus dafür taugen, soll PRECISE MDD nun sauber klären.
Eine dreifach verblindete Studie mit 500 Personen ist ein hoher Standard. Sie lässt wenig Raum für Wunschdenken. Das spricht für DeepPsy. Das Team setzt seine Aussagen bewusst einem harten Test aus.
Unsere Einordnung
Wir finden: Das ist die richtige Art, ein Medtech aufzubauen. Erst der Beleg, dann die Skalierung. Der SNF-Entscheid ist ein Qualitätssiegel. Er zeigt, dass unabhängige Gutachter die Idee tragfähig finden.
Das Risiko bleibt klar: Fällt die Studie nach vier Jahren ernüchternd aus, steht die ganze These auf dem Spiel. Fällt sie gut aus, hat DeepPsy ein starkes Argument gegenüber Kliniken und Krankenkassen. Für die Schweizer Szene ist das ein Signal. Hier entsteht Digital Health mit echter Evidenz. Genau das braucht der Markt.
Zum Startup
- Name
- DeepPsy
- Phase
- Seed
- Letzte Runde
- CHF 1,99 Mio. (SNF-Förderung, 2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: venture-leaders.ch
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