DataHow holt eine Brückenfinanzierung – Zürich will Bioproduktion in Echtzeit steuern

- DataHow hat am 2. September 2026 eine Brückenfinanzierung zur Verlängerung der Series A geschlossen.
- Angeführt wird die Runde vom Bestandsinvestor Momenta, mit Rockwell Automation, HINA Bioventures und der Zürcher Kantonalbank.
- Der Betrag wurde nicht offengelegt.
- Das Geld fliesst in Echtzeit-Anbindung, modellbasierte Prozesssteuerung und die Ausweitung auf Downstream Processing.
Keine grosse neue Runde, sondern eine Verlängerung: DataHow holt sich frisches Geld von den eigenen Investoren. Das klingt unspektakulär – ist aber ein klares Signal.
Was passiert ist
Das Zürcher Unternehmen DataHow hat am 2. September 2026 eine Brückenfinanzierung abgeschlossen, die seine Series A verlängert. Den Betrag nennt die Firma nicht. Das Geld soll drei Baustellen beschleunigen: die direkte Anbindung der Plattform DataHowLab an Labor- und Produktionssysteme, die modellbasierte Prozesssteuerung sowie die Ausweitung vom Upstream- ins Downstream-Processing.
«Unsere Kunden bitten uns laufend, unsere Technologien früher und weiter zu bringen – in Echtzeit-Umgebungen und ins Downstream-Processing», sagt Alessandro Butté, CEO und Mitgründer von DataHow. Genau darauf antworte die neue Finanzierung.
Wer investiert
Angeführt wird die Runde vom Bestandsinvestor Momenta, einer auf industrielle Innovation spezialisierten Risikokapitalgesellschaft. Mit dabei bleiben Rockwell Automation, HINA Bioventures und die Zürcher Kantonalbank. Alle vier waren schon zuvor an Bord – neue Namen kommen keine dazu.
«Die fortgesetzte Investition von Momenta spiegelt dieselbe Überzeugung, die uns schon in der Series A zu DataHow gebracht hat», sagt Ken Forster, Executive Director von Momenta. Er nennt den Weg zur modellbasierten Echtzeitsteuerung «genau jene Verschiebung von Automatisierung zu Autonomie», die die nächste Phase der Industrieproduktion prägen werde.
Warum das den Biopharma-Markt bewegt
Die Herstellung von Biologika ist teuer, langsam und experimentlastig. DataHow setzt auf hybride Modellierung: Vorwissen über den Prozess wird mit datengetriebener KI kombiniert. Das Ziel ist weniger Laborarbeit bei besserer Entscheidungsgrundlage. Viele der grössten Biopharma-Hersteller nutzen die Technologie laut Firmenangaben bereits.
Der Schritt ins Downstream-Processing ist der eigentlich interessante. Aufreinigung und Formulierung waren bisher die Blackbox neben der gut vermessenen Zellkultur. Wer beide Seiten in einer Plattform abbildet, verkauft nicht mehr ein Werkzeug, sondern eine Prozessarchitektur.
Unsere Einordnung
Brückenrunden haben einen schlechten Ruf. Oft heisst es: Die grosse Runde kam nicht zustande. Hier lesen wir es anders. Dass ausschliesslich Bestandsinvestoren nachlegen – darunter ein strategischer Industriepartner wie Rockwell und eine Kantonalbank – spricht eher für Zufriedenheit als für Notlage. Wer unzufrieden ist, legt nicht nach.
Kritisch bleibt trotzdem: Ohne Betrag lässt sich die Runde nicht einordnen. Und eine Brücke ist definitionsgemäss eine Überbrückung – zur nächsten richtigen Runde. Der Massstab für DataHow ist deshalb nicht diese Meldung, sondern die Series B. Wenn die Echtzeit-Anbindung bis dahin bei mehreren Grosskunden läuft, wird sie kommen. Wenn nicht, war die Brücke genau das, wonach sie klingt.
Zum Startup
- Name
- DataHow
- Phase
- Series A
- Letzte Runde
- Brückenfinanzierung zur Series A (Betrag nicht offengelegt, 2026)
- Kanton
- Zürich
Quelle: globenewswire.com
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