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Cluster-Check: Vier Basler Biotechs, vier Wege nach oben – Alentis, Nouscom, Windward Bio und Atlas Bio im Herbst 2026

Redaktion·4. Nov. 2026·5 Min.
Cluster-Check: Vier Basler Biotechs, vier Wege nach oben – Alentis, Nouscom, Windward Bio und Atlas Bio im Herbst 2026
In 30 Sekunden gelesen
  • Alentis: CSL zahlt USD 355 Mio. im Voraus für Lixudebart, dazu kommen bis zu USD 1,2 Mrd. an Meilensteinen.
  • Nouscom: überzeichnete Series D über EUR 120 Mio. (USD 135 Mio.) für eine zulassungsrelevante Studie bei Lynch-Syndrom.
  • Windward Bio: Börsengang an der Nasdaq beantragt, bisher rund USD 365 Mio. von Investoren gesichert.
  • Atlas Bio: USD 12,5 Mio. total, KI-Modell soll Phase-II-Studien am Computer simulieren.

🗺️ Cluster – Basel: Vier Biotechs, vier Strategien – und alle vier haben im Oktober geliefert.

Basel ist längst mehr als Roche und Novartis. Im Oktober 2026 haben vier junge Firmen gezeigt, wie breit der Standort aufgestellt ist: ein Pharma-Deal, eine Grossfinanzierung, ein US-Börsengang und ein KI-Start. Wir ordnen die vier ein.

Alentis: Der Pharma-Partner

Alentis Therapeutics setzt auf Claudin-1, ein Protein, das bei Fibrose und manchen Krebsarten eine Rolle spielt. Anfang Oktober schloss der Konzern CSL eine globale Partnerschaft für den Antikörper Lixudebart. CSL zahlt USD 355 Mio. im Voraus, dazu kommen bis zu USD 1,2 Mrd. an kommerziellen Meilensteinen. Nach der Markteinführung teilen sich CSL (55 Prozent) und Alentis (45 Prozent) den Gewinn. Mitte Oktober folgte eine Kooperation mit dem koreanischen PinotBio für neue Krebs-Wirkstoffe.

Nouscom: Das grosse Geld

Nouscom hat eine überzeichnete Series D über EUR 120 Mio. (USD 135 Mio.) abgeschlossen. Co-Leads sind M Ventures und Revelation Partners, neu dabei sind Angelini Industries, die Europäische Investitionsbank (über Aurea) und Neva SGR. Das Geld soll den Impfstoffkandidaten NOUS-209 in eine globale, zulassungsrelevante Studie bei Lynch-Syndrom-Trägern bringen. Die FDA hat Fast Track erteilt. Die Idee: Krebs verhindern, bevor er entsteht.

Windward Bio: Der Sprung nach Amerika

Windward Bio hat am 23. Oktober 2026 Unterlagen für einen Börsengang an der Nasdaq bei der SEC eingereicht. Geplant ist das Kürzel WWB im Nasdaq Global Market. Zu Volumen und Preisspanne gibt es noch keine Angaben. Bisher hat das Unternehmen rund USD 365 Mio. von Investoren gesichert, darunter eine Runde über USD 165 Mio. unter Führung von OrbiMed. Der Leitkandidat WIN378 ist ein Anti-TSLP-Antikörper, der in Phase 2/3 bei Asthma und in Phase 2 bei COPD getestet wird.

Atlas Bio: Der KI-Newcomer

Atlas Bio verlässt den Stealth-Modus mit insgesamt USD 12,5 Mio.: USD 10 Mio. Seed unter Führung von Creandum und USD 2,5 Mio. Pre-Seed von First Momentum Ventures und LEA Partners. Das KI-Modell ist auf rund 2 Millionen menschlichen RNA-Messungen trainiert und soll Phase-II-Studien am Computer simulieren. Erste Pharmakunden sind ein Top-10-Konzern und ein Basler Biotech, das dank der Simulation einen Tierversuch ausliess.

Unsere Einordnung

Die vier Beispiele zeigen vier Exit- und Wachstumspfade, die ein Standort gleichzeitig bieten muss. Alentis zeigt den Weg über einen Pharma-Partner: viel Geld im Voraus, geteilte Gewinne. Nouscom zeigt, dass Basel grosse europäische Wachstumsrunden anzieht. Windward zeigt den Weg an die US-Börse. Atlas Bio zeigt, dass die nächste Welle schon läuft, und zwar mit Software statt Pipette.

Auffallend ist, was fehlt: ein Schweizer Börsenplatz für Biotech. Windward geht an die Nasdaq, nicht an die SIX. Das ist rational, die US-Investoren sind tiefer. Für den Standort bleibt es eine offene Frage. Wer wächst, geht irgendwann ins Ausland.

Unser Fazit: Basel ist gesund. Das Zusammenspiel aus Forschung, Pharma-Partnern und Kapital funktioniert. Die Aufgabe für die nächsten Jahre ist, dass mehr dieser Firmen auch in der Schweiz gross bleiben. Ein Oktober macht noch keinen Trend. Aber er macht Mut.

Quelle: newsroom.csl.com

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