ClearSpace übernimmt Grossbritanniens erste Weltraumschrott-Mission – Auftrag über 61 Mio. Pfund

- Die UK Space Agency wählt ClearSpace als Hauptauftragnehmer für die erste national beauftragte Mission zur aktiven Entfernung von Weltraumschrott (UK ADR).
- Der Vertrag hat laut ClearSpace einen Wert von 61 Millionen Pfund.
- Die Mission soll zwei ausgediente, britisch registrierte Satelliten im niedrigen Erdorbit einfangen und entfernen; Einsätze sind für 2029 geplant.
- ClearSpace verantwortet Design, Entwicklung und Durchführung; die Mission wird im Vereinigten Königreich geleitet.
Aufräumen im All wird zum Geschäft. ClearSpace aus der Westschweiz hat dafür jetzt einen Staatsauftrag bekommen, der sich sehen lassen kann.
Was passiert ist
Die UK Space Agency hat ClearSpace als Hauptauftragnehmer für die britische Active-Debris-Removal-Mission ausgewählt, kurz UK ADR. Es ist die erste national beauftragte Mission dieser Art im Vereinigten Königreich. Der Vertrag hat laut ClearSpace ein Volumen von 61 Millionen Pfund. Unterzeichnet wurde er nach Angaben von Startupticker am 14. Oktober in London, die Firma selbst meldete den Zuschlag am 15. Oktober.
Die Aufgabe: Zwei ausgediente, britisch registrierte Satelliten im niedrigen Erdorbit sollen angenähert, eingefangen und sicher entfernt werden. Diese Objekte wurden nie dafür gebaut, dass jemand sie packt. Das macht die Mission anspruchsvoll. ClearSpace übernimmt Design, Entwicklung und Durchführung. Die Einsätze sind für 2029 geplant, vorbehaltlich der finalen Mission- und Startplanung.
Wer dahintersteht
Die UK Space Agency ist der staatliche Auftraggeber. Sie legt die Anforderungen fest und überwacht die Leistung. ClearSpace führt die Mission über ClearSpace UK unter Managing Director Rob Atchison und arbeitet mit Partnern aus der britischen Raumfahrtbranche zusammen. Der Schritt kommt nicht aus dem Nichts: Schon 2024 hatte die Agentur ClearSpace für die nächste Entwurfsphase der britischen Mission ausgewählt, damals mit einer Finanzierung von 2,35 Millionen Pfund.
Der Markt dahinter
Die Meldung folgt auf die britische Space Strategy vom September 2026. Sie nennt In-Orbit Servicing, Assembly and Manufacturing als eines von vier Prioritätsfeldern. Gemeint sind Dienste im Orbit: reparieren, montieren, entsorgen. ClearSpace will mit der Mission britische Flugerfahrung bei nicht kooperativen Objekten aufbauen, also bei Satelliten, die nicht mithelfen. Im September hatte ClearSpace zudem einen ESA-Vertrag für die Phoenix-Mission erhalten. Zwei Staatskunden innerhalb eines Monats: Das ist ein Signal.
Unsere Einordnung
Das ist ein grosser Tag für ClearSpace. Aus einer EPFL-Idee mit Sitz in Renens wird ein Prime Contractor für einen Staat. Das heisst: Verantwortung für das ganze Projekt, nicht nur für ein Teilstück. Das ist der Schritt vom Pionier zum Lieferanten.
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Der Auftrag kommt aus Grossbritannien, nicht aus der Schweiz. Hier fehlt weiterhin ein nationaler Anker-Kunde für Weltraum-Startups. Zweitens: Die Mission ist 2029 geplant. Bis dahin muss ClearSpace liefern, ohne dass im All etwas schiefgeht. Der Weg vom Vertrag zum erfolgreichen Einfangen ist lang und teuer.
Trotzdem: Wer 61 Millionen Pfund bekommt, hat Vertrauen verdient. Die Schweizer Spacetech-Szene darf stolz sein. Jetzt zählt die Umsetzung.
Quelle: clearspace.today
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