c.technology und Bosch gewinnen IAA-Award – die Zürcher Fahrzeug-Cloud ist raus aus der Pilotphase

- Die gemeinsame Lösung von Bosch und c.technology hat den IAA Open Innovation Award 2026 in der Kategorie «Scaling of the Year» gewonnen.
- Bosch liefert Fahrzeug-Hardware, die Plattform C-Hub und den Datenzugang; c.technology die Cloud und drei Anwendungsebenen für Hersteller, Händler und Fahrer.
- Laut c.technology laufen über 50'000 vernetzte Fahrzeuge, über 3'500 Händler und neun Hersteller live auf der Plattform.
- Die Zürcher Firma wird von Mitgründer und CEO Christian Fehr geführt; zu den Kunden zählen LiveWire und Torqeedo.
Vernetzte Fahrzeuge gibt es viele. Vernetzte Fahrzeuge, mit denen ein Hersteller auch Geld verdient, deutlich weniger. Die Zürcher c.technology hat mit Bosch jetzt einen Preis gewonnen, der genau diesen Unterschied belohnt.
Was passiert ist
Die gemeinsame End-to-End-Lösung von Bosch und c.technology hat den IAA Open Innovation Award 2026 gewonnen. Die Kategorie heisst «Scaling of the Year». Es geht um die Frage, ob eine Lösung wirklich in Produktion geht und wächst – und nicht nur im Pilot glänzt. c.technology hat die Auszeichnung am 17. September 2026 im eigenen Blog bekannt gemacht.
Die Arbeitsteilung ist klar. Bosch liefert das Fundament im Fahrzeug: die vernetzte Hardware, die Plattform C-Hub und den sicheren Zugriff auf Fahrzeugdaten. c.technology legt die Cloud und die Anwendungen obendrauf. Die Verbindung zwischen den beiden Clouds läuft über Standards wie OAuth 2.0 und MQTT. Ein neues Herstellerprogramm soll so vor allem Konfiguration sein – und kein Neubau. Auch Dienste von Bosch, etwa Bosch Vehicle Health, lassen sich direkt einbinden.
Die Firma dahinter
c.technology hat ihren Sitz in Zürich. Geführt wird die Firma von Mitgründer und CEO Christian Fehr. Mitgründer Dominik Bucher ist CTO, Julian Brönnimann verantwortet das Produkt. Im Verwaltungsrat sitzt unter anderem Rudolf Fehlmann von SeedCapital Invest. Zu den öffentlich kommunizierten Kunden zählen LiveWire, die Elektromotorrad-Marke aus dem Umfeld von Harley-Davidson, sowie der Hersteller von Elektro-Bootsantrieben Torqeedo.
Drei Ebenen, eine Plattform
Die Plattform besteht aus drei Schichten. Die OEM Suite ist die Zentrale des Herstellers: digitale Zwillinge der Fahrzeuge, Händlerverwaltung, vorausschauende Wartung, Over-the-Air-Updates und Abo-Dienste. Der Dealer & Service Hub gibt Händlern und Werkstätten Zugriff auf Fahrzeug- und Kundendaten, Diagnose und Wartungsplanung. Die Vehicle App bringt Live-Daten, Fahrtenhistorie und Warnungen zu den Fahrerinnen und Fahrern – auf Wunsch als White-Label-App unter der Marke des Herstellers.
Die Zahlen, die c.technology selbst nennt: über 50'000 vernetzte Fahrzeuge, über 3'500 Händler, über 25'000 Endnutzer und neun Hersteller im Live-Betrieb. Die Segmente reichen von Zweirädern über Boote bis zu Nutzfahrzeugen. Daten sollen in unter fünf Sekunden vom Fahrzeug in der Anwendung ankommen.
Für Hersteller wichtig: Die Plattform ist kein geschlossenes System. Über offene Schnittstellen lassen sich eigene Tools und bestehende Systeme anbinden. Wer mehr will als die Standardfunktionen, kann eigene Erweiterungen bauen.
Unsere Einordnung
Uns gefällt, was hier passiert. In der Fahrzeugbranche scheitern viele Kooperationen zwischen Konzern und Startup am selben Punkt: Der Pilot läuft, dann versandet alles. c.technology und Bosch zeigen, wie es anders geht. Der Konzern bringt Hardware und Vertrauen, das Startup bringt Tempo und Software.
Spannend ist die Zielgruppe. Grosse Autobauer bauen solche Plattformen lieber selbst. Kleinere Hersteller von Motorrädern, Booten oder Nutzfahrzeugen können das kaum. Für sie ist eine fertige Lösung ein echter Vorteil – und ein Markt, den die Riesen gerne übersehen. Offen bleibt, wie viel vom Abo-Umsatz am Ende beim Startup hängen bleibt. Ein Award ist schön. Der wahre Test sind die nächsten Herstellerprogramme. Neun sind live. Wir sind gespannt, wann die Zahl zweistellig wird.
Quelle: ctechnology.io
Mehr aus der Szene
InternationalMorphotonics holt über EUR 40 Mio. – die Niederländer bauen die Maschinen für KI-Brillen
FinanzierungPiomic Medical holt USD 25 Mio. – Swisscanto wagt sein erstes Medtech-Investment
Expansion