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Produkt-UpdateVerifiziert

BitVault bringt seinen Bitcoin-Tresor weltweit in den App Store

Redaktion·23. Aug. 2026·4 Min.
BitVault bringt seinen Bitcoin-Tresor weltweit in den App Store
In 30 Sekunden gelesen
  • BitVault SA aus Lugano hat ihre Bitcoin-Sicherheits-App weltweit im App Store lanciert.
  • Kern ist eine einstellbare Verzögerung von zwei Stunden bis 15 Tagen, in der sich eine signierte Zahlung noch stoppen lässt.
  • Die Pakete kosten USD 199 für ein Jahr mit einer Hardware-Wallet und USD 299 für zwei Jahre mit zwei Geräten.
  • Die App ist nicht verwahrend und quelloffen; nach Angaben des Startups liegt eine erste Finanzierung von CHF 500'000 vor.

Ein Tessiner Startup verkauft Bitcoin-Besitzern etwas, das die Technik ihnen bisher nicht gab: Zeit zum Widerruf. BitVault aus Lugano ist seit Anfang August weltweit im App Store.

Was passiert ist

Die BitVault SA mit Sitz an der Contrada di Sassello in Lugano hat ihre iPhone-App offiziell lanciert. Sie ist weltweit über den App Store zu haben. Verkauft wird sie als Paket: USD 199 für ein Jahr Zugang plus einen Gutschein für eine Hardware-Wallet nach Wahl, USD 299 für zwei Jahre plus zwei Geräte. Zur Auswahl stehen der Keystone 3 Pro und die Jade Plus von Blockstream. BitVault ist nicht verwahrend. Das Unternehmen hält weder Guthaben noch private Schlüssel. Die Software ist quelloffen und arbeitet ausschliesslich mit Bitcoin.

Wie der Schutz funktioniert

Es sind drei Bausteine. Erstens Multisig: Eine Zahlung braucht die Freigabe mehrerer Geräte oder Personen. Zweitens die Kopplung an externe Hardware-Wallets, die die Schlüssel offline halten und Transaktionen per QR-Code signieren. Drittens – und das ist der eigentliche Kern – eine einstellbare Verzögerung. Zwischen Signatur und endgültiger Abwicklung liegen je nach Einstellung zwei Stunden bis 15 Tage. In diesem Fenster lässt sich eine Zahlung noch stoppen. Dazu kommen diskrete Benachrichtigungen an Vertrauenspersonen, sobald eine geschützte Transaktion startet. Ein Sicherheitsaudit hat das Startup veröffentlicht. Lightning-Zahlungen laufen über den Dienst BitVault Pay, Unterstützung für das Liquid Network ist angedacht.

Wer dahintersteht

Nach Angaben des Startups steht hinter dem Start eine erste Finanzierung von CHF 500'000 – von einem Basler Family Office und einem kanadischen Angel-Investor. Eine grössere Runde ist für das kommende Jahr geplant. Wachsen will BitVault nicht über teures Endkunden-Marketing, sondern über Integrationen: Wallets, Börsen und Family Offices sollen die Technik einbauen und am Umsatz beteiligt werden.

Warum das Thema gerade zieht

Der Angriffsvektor hat sich verschoben. Die Kryptografie ist nicht das Problem. Der Mensch und sein Gerät sind es. Wer den Besitzer unter Druck setzt, umgeht jede Schlüssellänge. Genau dort setzt eine erzwungene Wartezeit an: Sie macht den Überfall unattraktiv, weil das Geld eben nicht sofort weg ist. Dass ein Schweizer Team das aufgreift, passt zum Standort. Lugano hat sich in den vergangenen Jahren gezielt als Bitcoin-Standort positioniert und eine sichtbare Szene angezogen.

Unsere Einordnung

Das Produkt ist klug gedacht. Es löst ein Problem, das echte Opfer hat, und es tut das ohne Verwahrung – also ohne den Kompromiss, den die meisten bequemen Lösungen verlangen. Trotzdem zwei Einwände. USD 199 im Jahr zahlt nur, wer nennenswerte Beträge hält; die Zielgruppe ist damit klein. Und das Abo-Modell wirft eine unangenehme Frage auf: Was passiert nach Ablauf? Ein Tresor, dessen Schutz mit der Rechnung endet, wäre kein Tresor. Die nicht-verwahrende Architektur entschärft das, sauber kommuniziert gehört es trotzdem.

Der eigentliche Test kommt ohnehin erst mit der Integrationsstrategie. Wenn eine grössere Börse oder ein Wallet-Anbieter die Verzögerung einbaut, wird daraus ein Standard und BitVault verdient an jeder Transaktion mit. Wenn nicht, bleibt eine Nischen-App für Vorsichtige mit Budget. Wir würden auf Ersteres tippen: Die Fälle von Diebstahl mit körperlicher Gewalt nehmen zu, und die Branche hat darauf bisher keine gute Antwort. Ein Schweizer Team, das sie liefert, hätte eine sehr gute Ausgangslage.

Zum Startup

Name
BitVault
Phase
Pre-Seed
Letzte Runde
CHF 500'000 (Pre-Seed, 2026)
Kanton
Tessin
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Quelle: bitvault.sv

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