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Bearmind gewinnt als einziges Schweizer Startup einen WIPO Global Award

Redaktion·15. Juli 2026·3 Min.
Bearmind gewinnt als einziges Schweizer Startup einen WIPO Global Award
In 30 Sekunden gelesen
  • Bearmind aus Lausanne ist der einzige Schweizer Gewinner der WIPO Global Awards 2026 – in der neu geschaffenen Sonderkategorie Sport.
  • Eine internationale Jury wählte elf Gewinner aus 1300 Bewerbungen aus 126 Ländern aus.
  • Bewertet wurden Business Case, IP-Strategie, die IP-Kultur im Unternehmen und der Beitrag zu gesellschaftlichen Herausforderungen.
  • Die Gewinner erhalten sechs Monate 1:1-Mentoring zu IP-Strategie, Marktzugang und Fundraising.

Ein UNO-Preis für Sensoren im Eishockeyhelm. Bearmind aus Lausanne ist der einzige Schweizer Gewinner der WIPO Global Awards 2026 – und holt ihn in einer Kategorie, die es letztes Jahr noch nicht gab.

Was passiert ist

Die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) hat am 10. Juli 2026 in Genf die elf Gewinner ihrer Global Awards bekannt gegeben. Bearmind holt den Sonderpreis in der Kategorie Sport. Generaldirektor Daren Tang überreichte die Auszeichnungen an einer Zeremonie während der WIPO-Versammlungen der Mitgliedstaaten. Eine internationale Jury wählte die Gewinner aus 1300 Bewerbungen aus 126 Ländern aus. Bewertet wurden vier Dinge: der Business Case, die IP-Strategie, die IP-Kultur im Unternehmen und der Beitrag zu gesellschaftlichen Herausforderungen. Bearmind ist der einzige Schweizer Name auf der Liste. Die übrigen zehn Preise gingen nach China, Japan, Südkorea, Brasilien, Chile, Argentinien und in die USA.

Was Bearmind baut

Das EPFL-Spin-off wurde 2021 gegründet und sitzt im EPFL Innovation Park in Lausanne. Die Idee dahinter: Ein Helm kann mehr als schützen. Bearmind verwandelt den Schaumstoff im Helm selbst in einen weichen Drucksensor. Dazu kommen mehrere Bewegungssensoren, die Rotationen und Beschleunigungen des Kopfes erfassen. Eine Einheit unter 20 Gramm sammelt, speichert und überträgt die Daten. Auf der Plattform sehen die Betreuer in Echtzeit, welche Spieler auf die Beobachtungsliste gehören. Eine iOS-App lässt die Spieler ihre Symptome selbst melden – und sie behalten die Kontrolle darüber, wer die Daten sieht. Bearmind arbeitet mit professionellen Eishockeyclubs sowie mit der EPFL, dem CHUV und dem Wyss Center zusammen. Der Anspruch der Firma geht über Gehirnerschütterungen hinaus: Auch wiederholte unterschwellige Treffer verdienen dieselbe Aufmerksamkeit.

Warum ein IP-Preis mehr ist als PR

Die Sport-Kategorie ist neu. Die WIPO hat sie 2026 zum Welttag des geistigen Eigentums eingeführt, unter dem Motto «IP and Sports: Ready, Set, Innovate!». Die Gewinner erhalten sechs Monate 1:1-Mentoring zu IP-Strategie, Marktzugang und Fundraising und kommen in eine Alumni-Community, über die sie Investoren, Acceleratoren und Konzerne treffen. Der Preis honoriert also nicht ein Produkt, sondern die Fähigkeit, aus Schutzrechten ein Geschäft zu machen.

Unsere Einordnung

Das ist ein starkes Signal – mit einem Aber. Sensorik im Sport ist ein Feld mit vielen Nachahmern. Wer Schaumstoff zum Sensor macht, muss diese Idee schützen können, sonst kopiert sie der erste Helmhersteller mit eigener Fertigung. Dass ausgerechnet eine WIPO-Jury die IP-Strategie prämiert, sagt über die Verteidigungsfähigkeit von Bearmind mehr aus als manche Finanzierungsrunde.

Nur: Ein Preis ist kein Umsatz. Bearmind schloss die Seed-Runde im März 2023 über CHF 1,3 Mio. ab, angeführt von H.Hentsch Asset Management, und stockte sie im Juli 2023 auf CHF 2 Mio. auf. Seither steckt die Firma in der harten Phase zwischen Pilotclubs und Serienfertigung. Der Weg in den Massenmarkt führt über Helmhersteller, nicht über einzelne Clubs. Und dort verhandelt ein junges Team mit 20-Gramm-Elektronik gegen einen Konzerneinkauf. Das Mentoring zu Marktzugang und Fundraising dürfte für Bearmind darum wertvoller sein als die Trophäe.

Und noch etwas fällt auf: Die Schweiz stellt einen von elf Gewinnern bei 1300 Bewerbungen. Für ein Land dieser Grösse ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis funktionierender Spin-off-Strukturen. EPFL, CHUV, Wyss Center – dieses Dreieck aus Hochschule, Spital und Forschungszentrum gewinnt hier mit.

Zum Startup

Name
Bearmind
Phase
Seed
Letzte Runde
CHF 2 Mio. (Seed, 2023)
Kanton
Waadt
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Quelle: wipo.int

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