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FinanzierungVerifiziert

Atlas Bio sammelt USD 12,5 Mio. – Basler Startup simuliert Phase-II-Studien am Computer

Redaktion·28. Okt. 2026·3 Min.
Atlas Bio sammelt USD 12,5 Mio. – Basler Startup simuliert Phase-II-Studien am Computer
In 30 Sekunden gelesen
  • Atlas Bio (Basel) verlässt den Stealth-Modus mit total USD 12,5 Mio.
  • USD 10 Mio. Seed unter Führung von Creandum, USD 2,5 Mio. Pre-Seed von First Momentum Ventures und LEA Partners
  • KI-Modell trainiert auf rund 2 Millionen menschlichen RNA-Messungen
  • Erste Pharmakunden: ein Top-10-Konzern und ein Basler Biotech, das einen Tierversuch ausliess

Was, wenn man ein Medikament an tausenden virtuellen Patienten testen könnte, bevor der erste echte Mensch es bekommt? Genau darauf wettet Atlas Bio aus Basel. Das junge Startup hat jetzt USD 12,5 Mio. eingesammelt.

Was passiert ist

Atlas Bio tritt aus dem Stealth-Modus und nennt zwei Runden. Eine Seed-Runde über USD 10 Mio. und eine bisher unbekannte Pre-Seed-Runde über USD 2,5 Mio. Zusammen sind das USD 12,5 Mio. Das Startup sitzt in Basel, ist als Delaware-Gesellschaft mit Schweizer Tochter aufgestellt und wurde 2024 gegründet.

Das Produkt ist ein KI-Foundation-Modell. Es wurde auf rund 2 Millionen menschlichen RNA-Messungen trainiert. Daraus berechnet es, wie einzelne Patientenprofile auf eine Therapie reagieren würden. So entsteht eine virtuelle Patientenkohorte. Pharmafirmen sollen damit vor einer Phase-II-Studie erkennen, welche Patientengruppen ansprechen. Laut Firma dauert ein Simulationsprojekt etwa 12 Wochen.

Es gibt erste Kunden. Atlas Bio arbeitet nach eigenen Angaben mit einem Pharmakonzern aus den globalen Top 10 und spricht mit weiteren. Ein Basler Biotech-Unternehmen habe für ein Programm auf einen Tierversuch verzichtet und sei direkt in Studien am Menschen gegangen. Diese Angaben stammen von der Firma und sind noch nicht unabhängig geprüft.

Wer investiert

Die Seed-Runde führt der Frühphasen-Investor Creandum an. Partnerin Katharina Wilhelm zieht in den Verwaltungsrat ein. Die Pre-Seed-Runde führten First Momentum Ventures und LEA Partners an. Mit dem Geld will Atlas Bio sein wissenschaftliches und kommerzielles Team ausbauen, die Plattform weiter validieren und mehr Firmenkunden gewinnen.

Gründer sind Simon Romanski (CEO) und Sebastian Bayer (CTO). Bayer leitete zuvor bei Google die Forschung an Sprachmodellen. Dominik Hartl, früher am Friedrich Miescher Institute, verantwortet die wissenschaftliche Strategie.

Der Markt: Phase II ist der teure Flaschenhals

Phase-II-Studien gelten als der Punkt, an dem viele Wirkstoffe scheitern. Sie sind teuer und dauern oft Jahre. Wer früher weiss, welche Patienten profitieren, spart Geld und Zeit. Genau hier setzen sogenannte In-silico-Studien an. Auch andere Firmen arbeiten daran, etwa Unlearn und QuantHealth. Atlas Bio setzt auf einen breiten Ansatz: ein Modell für viele Krankheiten und Therapien.

Offen ist, ob Behörden Simulationen künftig anstelle einer Phase-II-Auswertung akzeptieren. Das entscheidet, ob Atlas Bio ein Beratungswerkzeug bleibt oder echte Studien ersetzt.

Unsere Einordnung

Das ist ein starker Start für Basel. Die Idee passt perfekt zum Standort: Pharma, Daten und Talent liegen hier nah beieinander. Ein Top-10-Kunde schon beim Launch ist ein gutes Signal. Aber wir bleiben nüchtern. Die Wirkung der Simulationen muss sich an echten Studienergebnissen messen lassen. Die ersten Resultate kommen laut Firma in rund sechs Wochen. Dann zeigt sich, ob aus dem Versprechen ein Standard wird. Wir sind gespannt und drücken die Daumen.

Zum Startup

Name
Atlas Bio
Phase
Seed
Letzte Runde
USD 12,5 Mio. (Seed und Pre-Seed, 2026)
Kanton
Basel-Stadt
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Quelle: european-biotechnology.com

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