Ascend unterschreibt bei EvoNext: Luzerner Sporttech geht mit bis zu CHF 220 Mio. Platzierung an die SIX

- Ascend Sport Technology und die SIX-kotierte EvoNext Holdings haben am 2. November 2026 den Fusionsvertrag unterzeichnet; Ascend wird so börsenkotiert.
- Geplant ist eine Platzierung von bis zu CHF 220 Mio. (inklusive 10 Prozent Greenshoe), erwarteter Preis CHF 2.50 je Aktie, angestrebter Streubesitz rund 40 Prozent.
- Im Geschäftsjahr 25/26 erzielte Ascend laut Mitteilung rund CHF 44 Mio. Nettoumsatz und rund CHF 25 Mio. EBITDA (Marge rund 57 Prozent; Revision noch nicht abgeschlossen).
- Die ausserordentliche Generalversammlung von EvoNext findet am 3. Dezember 2026 in Zürich statt.
Jetzt ist es verbindlich. Ascend Sport Technology aus Luzern und die SIX-Gesellschaft EvoNext haben den Fusionsvertrag unterschrieben. Dazu kommt eine Aktienplatzierung von bis zu CHF 220 Mio. Aus dem stillen Sporttech-Champion wird bald ein börsenkotiertes Unternehmen.
Was passiert ist
Am 12. Oktober 2026 hatten EvoNext Holdings und Ascend ein verbindliches Transaktionsabkommen angekündigt. Am 2. November folgten der unterzeichnete Fusionsvertrag und die Details. Das Ascend-Geschäft wird gegen neu ausgegebene EvoNext-Aktien in die kotierte Gesellschaft eingebracht. Der Name ändert sich zu Ascend Sport Technology AG. Die Kotierung an der SIX Swiss Exchange bleibt bestehen.
Die Bewertung ist klar benannt. EvoNext wird mit CHF 2.50 je Aktie bewertet, das Eigenkapital von Ascend mit CHF 500 Mio. Die bisherigen EvoNext-Aktionäre halten nach dem Zusammenschluss noch rund 3,8 Prozent. Beide Gesellschaften müssen zustimmen. Die ausserordentliche Generalversammlung von EvoNext findet am 3. Dezember 2026 um 10:00 Uhr in Zürich statt, die Einladung erscheint bis am 12. November. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Der EvoNext-Verwaltungsrat empfiehlt die Zustimmung einstimmig.
Wer investiert
Es ist keine klassische Finanzierungsrunde. Die Platzierung umfasst bis zu CHF 220 Mio., inklusive 10 Prozent Greenshoe. Sie besteht überwiegend aus bestehenden Aktien (Secondary), dazu kommt ein kleinerer Teil neuer Aktien für Wachstum und allgemeine Unternehmenszwecke. Der erwartete Preis liegt bei CHF 2.50. Der Streubesitz soll rund 40 Prozent betragen.
Wer kauft, ist offen. In der Mitteilung stehen weder Banken noch Ankerinvestoren. Für die Altaktionäre gelten Sperrfristen: Die Hälfte der betroffenen Aktien ist 12 Monate gesperrt, die andere Hälfte 24 Monate.
Das Geschäft: Rechte, Banden, Daten
Ascend versteht sich als Sporttechnologie-Holding mit KI-gestützter Monetarisierung. Das Unternehmen betreut über 100 Rechteinhaber, darunter FIFA und UEFA, sowie mehr als 500 Marken und Sender in über 20 Ländern. Es ist in über 12 Topligen aktiv, arbeitet mit 19 der 30 grössten europäischen Klubs zusammen und hat nach eigenen Angaben über 10'000 Spiele begleitet.
Die Zahlen für das Geschäftsjahr 25/26 (Juli bis Juni, Revision noch nicht abgeschlossen): Nettoumsatz rund CHF 44 Mio., EBITDA rund CHF 25 Mio., Marge rund 57 Prozent. Mittelfristig will Ascend den Umsatz in vier Jahren verdoppeln. Wegen des Turnierzyklus im Fussball verläuft das nicht linear. Für 26/27 erwartet das Unternehmen rund 10 Prozent Wachstum und einen EBITDA auf Vorjahresniveau, auch wegen der Kosten der Kotierung. Eine Dividende ist nicht geplant. Das Geld fliesst in organisches Wachstum, Rechte und Zukäufe.
Unsere Einordnung
Das ist ein starkes Signal für den Schweizer Kapitalmarkt. Ascend ist profitabel. Eine EBITDA-Marge von 57 Prozent sieht man bei Tech-Firmen selten. Das macht den Weg über die Hülle zu einer Wahl und nicht zu einer Notlösung.
Wir bleiben trotzdem nüchtern. Rechnerisch liegt die Bewertung bei rund dem Zwanzigfachen des EBITDA und dem Elffachen des Umsatzes. Das ist ambitioniert für ein Geschäft, dessen Wachstum vom Turnierkalender abhängt und im nächsten Jahr nur rund 10 Prozent betragen soll. Dazu kommt: Die Platzierung ist überwiegend Secondary. Die Altaktionäre verkaufen, frisches Kapital für Ascend ist die Nebenrolle.
Positiv bleibt der Standort-Effekt. Ein Luzerner Technologieunternehmen zeigt, dass man in der Schweiz mit Software, Daten und Rechten global mitspielen und danach heimisch an die Börse kann. Ob Anleger den Preis von CHF 2.50 mittragen, zeigt sich im Bookbuilding.
Zum Startup
- Name
- Ascend Sport Technology
- Phase
- Growth
- Letzte Runde
- Fusionsvertrag mit EvoNext Holdings, geplante Platzierung bis CHF 220 Mio. (2026)
- Kanton
- Luzern
Quelle: finanzwire.com
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