CSL zahlt USD 355 Mio. im Voraus: Basler Alentis landet Milliarden-Deal für Lixudebart

- CSL und Alentis Therapeutics (Basel) starten eine globale Partnerschaft für den Claudin-1-Antikörper Lixudebart.
- CSL zahlt USD 355 Mio. im Voraus, dazu kommen bis zu USD 1,2 Mrd. an kommerziellen Meilensteinen.
- Nach der Markteinführung teilen sich CSL (55 Prozent) und Alentis (45 Prozent) den Gewinn.
- CSL finanziert die Phase-2-Studie RENAL, eine Phase-3-Studie bei ANCA-Vaskulitis mit Nierenbeteiligung sowie Phase-2-Studien bei FSGS und PSC.
Das ist ein Paukenschlag für Basel: Der Pharmakonzern CSL zahlt dem Biotech Alentis USD 355 Millionen im Voraus. Es geht um einen Antikörper, der Niere und Leber helfen soll.
Was passiert ist
CSL und Alentis Therapeutics haben eine globale Partnerschaft für Lixudebart angekündigt. Lixudebart ist ein monoklonaler Antikörper gegen das Eiweiss Claudin-1. Er soll bei seltenen Nieren- und Lebererkrankungen eingesetzt werden. Zuerst im Fokus steht die ANCA-assoziierte Vaskulitis mit rasch fortschreitender Nierenentzündung. Danach folgen die fokal-segmentale Glomerulosklerose (FSGS) und die primär sklerosierende Cholangitis (PSC).
Die Zahlen sind gross. CSL zahlt USD 355 Millionen sofort. Dazu kommen bis zu USD 1,2 Milliarden an kommerziellen Meilensteinen. Nach der Markteinführung teilen sich die Partner den Gewinn: 55 Prozent gehen an CSL, 45 Prozent an Alentis. Beide Firmen entwickeln und vermarkten das Mittel gemeinsam.
Wichtig für Alentis: CSL übernimmt die Studienkosten. Der Konzern finanziert die laufende Phase-2-Studie RENAL, eine Phase-3-Studie bei ANCA-Vaskulitis sowie Phase-2-Studien bei FSGS und PSC. Für ein klinisches Biotech ist das der teuerste Teil des Wegs. Alentis muss ihn nicht mehr allein tragen.
Wer investiert
Hier ist CSL der Partner und Geldgeber der Studien. Alentis selbst hatte im November 2024 eine Serie-D-Finanzierung über USD 181,4 Millionen abgeschlossen. Angeführt wurde sie von OrbiMed, Novo Holdings und Jeito Capital waren Co-Leads. Mit dabei waren unter anderem auch Frazier Life Sciences, Longitude Capital und RA Capital Management. Das Geld war für die Studien mit den Krebs-Kandidaten ALE.P02 und ALE.P03 gedacht. Lixudebart läuft parallel dazu.
Warum Claudin-1 spannend ist
Claudin-1 spielt bei Vernarbung von Organen eine Rolle. Alentis setzt genau dort an. Erste Daten stützen den Ansatz. In der Phase-2-Studie RENAL zeigte eine Zwischenanalyse mit 26 Patientinnen und Patienten nach 24 Wochen eine bessere Nierenfunktion. In der Phase-1b-Studie FEGATO verbesserte sich bei 41 Menschen mit fortgeschrittener Leberfibrose die Leberfunktion nach 6 Wochen. Das sind frühe Daten, keine Zulassung. Für Lixudebart gibt es ausserdem den Orphan-Drug-Status der US-Behörde FDA bei idiopathischer Lungenfibrose.
Neben Lixudebart hat Alentis zwei Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ALE.P02 und ALE.P03) in Phase 1/2. ALE.P02 hat von der FDA den Fast-Track-Status erhalten.
Unsere Einordnung
Das ist einer der grössten Biotech-Deals des Jahres mit Schweizer Beteiligung, und er ist verdient. Ein Konzern mit Nieren-Know-how kauft sich nicht für USD 355 Millionen bei einem Wirkstoff ein, wenn die Daten nicht überzeugen. Besonders klug: Alentis behält 45 Prozent vom Gewinn und bleibt Partner auf Augenhöhe. Viele Schweizer Biotechs verkaufen zu früh und verlieren die Kontrolle. Dieser Deal zeigt einen besseren Weg.
Ein Vorbehalt bleibt. Meilensteine von bis zu USD 1,2 Milliarden sind nur Potenzial. Sie fliessen erst, wenn Studien gelingen und das Medikament verkauft wird. Die Vorauszahlung dagegen ist echtes Geld. Für den Standort Basel ist das ein starkes Signal: Auch junge Firmen können hier Weltklasse-Partner gewinnen.
Quelle: newsroom.csl.com
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