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Addex verkauft Aktien über die Börse – und kauft sich Zeit bis Ende 2027

Redaktion·27. Aug. 2026·5 Min.
Addex verkauft Aktien über die Börse – und kauft sich Zeit bis Ende 2027
In 30 Sekunden gelesen
  • Addex Therapeutics hat über sein ATM-Programm USD 2,8 Mio. (CHF 2,2 Mio.) brutto eingenommen.
  • Verkauft wurden 437'869 ADSs, die 52'544'280 Aktien entsprechen; die Zahl der ausgegebenen Aktien blieb unverändert.
  • Die Finanzreichweite reicht damit bis ins vierte Quartal 2027.
  • Leitkandidat ist Dipraglurant, ein mGlu5-NAM für die Erholung nach Hirnverletzungen.

Addex Therapeutics hat über die Börse USD 2,8 Mio. eingenommen. Das klingt klein – und ist für das Genfer Biotech trotzdem die wichtigste Meldung dieses Sommers.

Was passiert ist

Addex Therapeutics, kotiert an der SIX und an der Nasdaq unter dem Kürzel ADXN, hat am 26. August den Verkauf von 437'869 American Depositary Shares gemeldet. Sie entsprechen 52'544'280 Aktien. Der Bruttoerlös beträgt USD 2,8 Mio. beziehungsweise CHF 2,2 Mio. Abgewickelt wurde der Verkauf über das At-the-Market-Programm mit der US-Investmentbank H.C. Wainwright & Co.

Wichtig ist das Detail dahinter. Die Zahl der ausgegebenen Aktien blieb mit 218'654'496 unverändert. Gestiegen ist nur die Zahl der ausstehenden Aktien ohne eigene Bestände, auf 210'292'217. Addex hat also eigene Aktien aus dem Bestand verkauft, statt neue zu schaffen. Die Finanzreichweite reicht nach Angaben des Unternehmens damit bis ins vierte Quartal 2027.

Was Addex entwickelt

Addex arbeitet an allosterischen Modulatoren – kleinen Molekülen, die einen Rezeptor nicht direkt blockieren oder aktivieren, sondern seine Empfindlichkeit verstellen. Das erlaubt feinere Eingriffe als klassische Wirkstoffe. Leitkandidat ist Dipraglurant, ein negativer allosterischer Modulator des mGlu5-Rezeptors. Addex prüft ihn für die Erholung nach Hirnverletzungen, unter anderem nach Schlaganfall und Schädel-Hirn-Trauma.

Daneben laufen mehrere Programme mit Partnern. Indivior hat einen GABA-B-PAM-Wirkstoffkandidaten für Suchterkrankungen ausgewählt und die IND-vorbereitenden Studien abgeschlossen. Ein eigenes GABA-B-PAM-Programm richtet Addex auf chronischen Husten. Zudem hält das Unternehmen 20 Prozent an der Ausgründung Neurosterix US Holdings, die unter anderem einen M4-PAM gegen Schizophrenie und einen mGlu7-NAM gegen Stimmungsstörungen vorantreibt, und ist bei der Schweizer Firma Stalicla investiert.

Warum ATM-Programme in Mode sind

Ein At-the-Market-Programm erlaubt einem kotierten Unternehmen, Aktien laufend über die Börse abzugeben, statt eine grosse Kapitalerhöhung anzukündigen. Das ist billiger, schneller und schont den Kurs – solange die Beträge klein bleiben. Addex nutzt das Instrument seit Januar 2024. Ursprünglich war es auf USD 2,15 Mio. gedeckelt, im Dezember 2025 wurde die Obergrenze auf USD 3,3 Mio. angehoben.

Unsere Einordnung

Man kann diese Meldung als Erfolg lesen oder als Warnsignal. Beides stimmt ein Stück weit. Positiv: Addex verschafft sich über ein Jahr zusätzliche Luft, ohne den Abschlag einer Notfall-Kapitalerhöhung zu bezahlen. Und weil eigene Bestände verkauft wurden, werden die bestehenden Aktionäre nicht durch neue Aktien verwässert. Das ist handwerklich sauber gemacht.

Kritisch: USD 2,8 Mio. sind für ein klinisch tätiges Biotech kein Kapital, sondern eine Überbrückung. Ein Unternehmen, das Studien zur Erholung nach Schlaganfall plant, braucht ein Vielfaches davon. Die eigentliche Frage bleibt offen: Kommt ein Partner mit tiefen Taschen, oder steht Addex im nächsten Jahr wieder am Markt?

Interessant ist, worauf kaum jemand schaut: die Beteiligungen. 20 Prozent an Neurosterix und der Anteil an Stalicla sind stille Reserven, die in keiner Reichweiten-Rechnung auftauchen. Sollte eines dieser Programme einen Partner finden, verändert das die Lage von Addex stärker als jede ATM-Tranche. Bis dahin gilt: solide gemanagt, aber weiterhin auf Zeit gespielt.

Zum Startup

Name
Addex Therapeutics
Phase
Public
Letzte Runde
USD 2,8 Mio. (ATM-Platzierung, 2026)
Kanton
Genf
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Quelle: globenewswire.com

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