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FinanzierungVerifiziert

Adaptyv holt USD 40 Mio. Series A – Epalinges baut die Datenfabrik für KI-Proteine

Redaktion·27. Aug. 2026·5 Min.
Adaptyv holt USD 40 Mio. Series A – Epalinges baut die Datenfabrik für KI-Proteine
In 30 Sekunden gelesen
  • Adaptyv Biosystems aus Epalinges (VD) hat eine Series A über USD 40 Mio. abgeschlossen.
  • Highland Europe führt die Runde an; Ace Ventures, ByFounders und Y Combinator ziehen mit.
  • Die Laborkapazität soll bis Ende 2026 rund verdreifacht werden, das Team wächst von 25 auf etwa 60 Personen.
  • Im vierten Quartal 2026 kommen ein zweites Labor und ein Büro in London dazu.

Adaptyv Biosystems hat USD 40 Mio. eingesammelt. Das Waadtländer Startup baut damit das Labor aus, in dem KI-Modelle ihre Proteinentwürfe testen lassen – und liefert genau den Rohstoff, an dem es der Bio-KI am meisten fehlt: saubere Messdaten.

Was passiert ist

Adaptyv Biosystems mit Sitz in Epalinges auf dem Biopôle-Campus hat eine Series A über USD 40 Mio. abgeschlossen. Das 2021 gegründete Unternehmen betreibt ein vollautomatisiertes Nasslabor. Wer eine Proteinsequenz entwirft, lädt sie hoch und erhält in weniger als drei Wochen experimentelle Daten zurück: Bindungsstärke, Expression, Thermostabilität. Der Einstiegspreis liegt bei 149 Dollar pro Protein.

Im vergangenen Jahr hat Adaptyv den Durchsatz seines Labors mehr als verfünffacht und über 100 Kunden gewonnen. Darunter sind KI-Labore wie Chai Discovery und Boltz, Pharmakonzerne wie Roche und Novo Nordisk sowie zahlreiche junge Firmen, die Wirkstoffe mit KI suchen. Mit dem frischen Geld soll die Laborkapazität bis Ende 2026 etwa verdreifacht werden. Das Team wächst von 25 auf rund 60 Personen, im vierten Quartal 2026 eröffnen Labor und Büro in London.

Wer investiert

Angeführt wird die Runde von Highland Europe. Die bestehenden Investoren Ace Ventures, ByFounders und Y Combinator legen nach. Adaptyv hatte 2025 eine Seed-Runde über USD 8 Mio. abgeschlossen, damals unter Führung von Ace Ventures. Davor war das Unternehmen durch das US-Programm Y Combinator gegangen.

Warum das Labor der Engpass ist

Proteindesign per KI ist billig geworden. Modelle spucken in Stunden Tausende Kandidaten aus. Der Flaschenhals sitzt danach: Jemand muss die Entwürfe herstellen und messen. Genau dieser Schritt ist teuer, langsam und schlecht standardisiert – und ohne ihn lernen die Modelle nichts dazu.

Adaptyv verkauft deshalb nicht das Modell, sondern die Messung. Das Labor lässt sich per Schnittstelle ansteuern, auch direkt aus der Forschungsplattform Benchling heraus. Anthropic hat mit Adaptyv einen Test gefahren: Claude entwarf Binder gegen 15 Zielproteine, das Labor prüfte sie im Reagenzglas. Die Gründer nennen ihr Ziel eine biologische Gigafactory – genug automatisierte Messkapazität, damit KI so schnell aus der Wirklichkeit lernt wie heute aus Text.

Der Markt dahinter ist gestaffelt. Adaptyv beziffert allein die Messung von Bindungsstärke auf einige hundert Millionen Dollar pro Jahr. Darüber liegen weitere Schichten: Entwickelbarkeit, vollständige biophysikalische Charakterisierung, neue Wirkstoffklassen wie Peptide, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und Degrader, zuletzt zellbasierte Funktionstests. Jede Schicht ist deutlich grösser als die darunter. Weil jeder neue Arbeitsablauf auf denselben automatisierten Kern aufsetzt, soll der fünfzigste schneller und billiger starten als der erste.

Unsere Einordnung

Das ist die richtige Wette am richtigen Ort. Wer in der Bio-KI Geld verdienen will, braucht keine weitere Modellarchitektur, sondern verlässliche Nassdaten – und die sind rar. Adaptyv verkauft Schaufeln im Goldrausch, und zwar aus dem Waadtland heraus.

Zwei Punkte bleiben offen. Erstens ist die Verdreifachung der Kapazität plus Standortaufbau in London innerhalb weniger Monate operativ hart; Laborautomation skaliert selten so linear, wie Folien es versprechen. Zweitens nennt Adaptyv keine Umsatzzahlen. Über 100 Kunden klingt gut, sagt aber nichts über Wiederholungskäufe. Trotzdem: Dass ein europäischer Wachstumsfonds wie Highland Europe eine Laborinfrastruktur im Waadtland finanziert statt ein weiteres KI-Modell, ist ein starkes Signal für den Standort.

Zum Startup

Name
Adaptyv Biosystems
Phase
Series A
Letzte Runde
USD 40 Mio. (Series A, 2026)
Kanton
Waadt
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Quelle: adaptyvbio.com

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