Vito Energies kauft 60 Prozent von Helvetiqua – Gas-Konzern greift nach dem Sanierungsmarkt

- Vito New Energies Solutions SA übernimmt 60 Prozent der Helvetiqua SA (Marly FR).
- Helvetiqua wurde 2019 von Tahar Hassani gegründet und saniert Häuser von Privatkunden in der Romandie.
- Ab 2027 tritt die gemeinsame Firma unter der Marke VITO Energies auf, Philippe Gendret führt sie.
- Zum Kaufpreis macht die Mitteilung keine Angaben.
Ein Energiekonzern kauft sich Sanierungs-Know-how ein. Vito New Energies Solutions SA übernimmt 60 Prozent der Freiburger Firma Helvetiqua. Das Ziel: mehr Hausbesitzer in der Romandie sollen ihre Energiewende wirklich umsetzen.
Was passiert ist
Am 23. September 2026 haben Vito New Energies Solutions SA und Helvetiqua SA ihre strategische Partnerschaft bekannt gegeben. Vito, die unter dem Namen VITO Energies auftritt, erwirbt eine Mehrheit von 60 Prozent an Helvetiqua. Den Kaufpreis nennt die Mitteilung nicht.
Helvetiqua gibt es seit 2019. Gegründet hat die Firma Tahar Hassani. Laut Handelsregister sitzt sie in Marly im Kanton Freiburg. Sie war zunächst eine Sàrl und ist seit Juli 2026 eine Aktiengesellschaft mit CHF 100'000 Kapital. Sie hilft vor allem Privatkunden in der französischsprachigen Schweiz, ihre Häuser energetisch zu sanieren.
Ab 2027 sollen beide Firmen gemeinsam unter der Marke VITO Energies auftreten. Philippe Gendret übernimmt die Gesamtleitung. Tahar Hassani bleibt in der Führung. Der Betriebssitz der neuen Einheit liegt in Crissier im Kanton Waadt.
Wer kauft
Vito New Energies Solutions ist eine hundertprozentige Tochter von Vitogaz Switzerland AG. Vitogaz ist im Schweizer Flüssiggasgeschäft zu Hause und gehört zur französischen Rubis-Gruppe, die an der Euronext Paris kotiert ist. Vitogaz-CEO Herbert Schorro sieht die Partnerschaft im Einklang mit der Strategie, Kundinnen und Kunden mit der Erfahrung in Energiefragen zu begleiten.
Zum Netzwerk von VITO Energies zählen laut Mitteilung die Fachfirmen EnergieLab, Planair, Energroup und Enerprocess. Die Angebote reichen von laufender Energieüberwachung über Diagnosen bis zur Beratung, welche Massnahme sich lohnt. Angesprochen werden Privatpersonen, Landwirte, KMU und Grossunternehmen.
Warum Sanierung der Engpass ist
Die Energiewende im Gebäudepark scheitert selten an der Technik. Sie scheitert daran, dass Hausbesitzer nicht wissen, wo sie anfangen sollen, wem sie trauen können und wer das Ganze finanziert. Genau da setzt die Verbindung an: Überwachung und Diagnose auf der einen Seite, Sanierung und Umsetzung auf der anderen. Hassani beschreibt es sinngemäss so, dass Innovation Monitoring und Finanzierung braucht. Ein Konzern im Rücken liefert beides.
Unsere Einordnung
Wir finden den Schritt klug. Kleine Sanierungsfirmen haben Vertrauen und Handwerk, aber selten Kapital und Reichweite. Ein Energieversorger hat Kunden und Bilanz, aber wenig Sanierungs-Know-how. Zusammen passt das besser als getrennt.
Ein Punkt bleibt offen: Ein Gas-Haus verkauft künftig Heizungsersatz. Kundinnen und Kunden sollten darauf achten, dass die Beratung wirklich neutral bleibt. Gelingt das, hat die Romandie einen starken neuen Sanierer. Gelingt es nicht, hat sie einen Vertriebskanal mehr. Wir sind gespannt, welches Bild 2027 zeigt.
Zum Startup
- Name
- Helvetiqua
- Phase
- Exit
- Letzte Runde
- 60 % übernommen von VITO Energies (2026)
- Kanton
- Freiburg
Quelle: vitoenergies.ch
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