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Porträt: Wie EDWATEC aus Lausanne Lichtverstärker auf einen Chip schrumpft

Redaktion·29. Sept. 2026·5 Min.
Porträt: Wie EDWATEC aus Lausanne Lichtverstärker auf einen Chip schrumpft
In 30 Sekunden gelesen
  • EDWATEC baut optische Verstärker mit Erbium direkt auf photonischen Chips.
  • Die AG wurde im September 2023 ins Handelsregister eingetragen und sitzt im EPFL Innovation Park in Lausanne.
  • Die Technik geht auf das Labor von Prof. Tobias Kippenberg an der EPFL zurück.
  • Im Juni 2026 gewann EDWATEC den Hauptpreis der venture-Awards mit CHF 150'000.

🔎 Porträt – Lausanne: Rechenzentren fressen Strom, und ein EPFL-Spin-off will an einer Stelle Abhilfe schaffen, die kaum jemand kennt: beim Verstärker im Glasfaserkabel.

Künstliche Intelligenz braucht Daten, und Daten brauchen Licht. In den Rechenzentren fliessen sie als Lichtsignale durch Glasfasern und optische Module. EDWATEC aus Lausanne arbeitet an einem Bauteil, das dabei zentral ist: dem optischen Verstärker. Die Firma packt ihn auf einen winzigen Chip.

Was die Firma macht

EDWATEC stellt photonische integrierte Schaltungen her, die mit Seltenerd-Ionen dotiert sind. Das Herzstück ist der Erbium-dotierte Wellenleiter-Verstärker, kurz EDWA. Er verstärkt Licht direkt auf dem Chip. Bisher braucht es dafür grössere, teurere Lösungen. Die Chips sollen in schnellen optischen Transceivern stecken, wie sie Rechenzentren brauchen. Als weitere Einsatzfelder nennt die Firma Telekommunikation, Fasersensorik und Satellitenkommunikation.

Die Firma versteht sich als Integrated Device Manufacturer. Sie bietet Bauteile wie Verstärker und Laser an und will auf Wafer-Ebene fertigen, also für hohe Stückzahlen. Sitz ist der EPFL Innovation Park in Lausanne, mit Zugang zu den Reinräumen der Hochschule.

Die Geschichte

EDWATEC ist ein Spin-off des Laboratory of Photonics and Quantum Measurements (LPQM) an der EPFL. Als Gründer nennt die Firma Dr. Amir Youssefi und Prof. Tobias Kippenberg. Das Handelsregister führt die EDWATEC SA seit dem 11. September 2023. Im Verwaltungsrat sitzen Amir Youssefi, Peter Ils und Tobias Kippenberg. Das Kapital beträgt CHF 112'158, aufgeteilt in Stamm- und Vorzugsaktien.

Über Investoren gibt der Registereintrag keine Auskunft. Wir nennen deshalb keine Namen und spekulieren nicht.

Produkt und Technologie

Die wissenschaftliche Basis ist solide. Das Team um Kippenberg hat im Juni 2024 in Nature Photonics den ersten auf dem Chip integrierten Erbium-Laser gezeigt, der sich mit Faserlasern messen kann. Die EPFL nennt eine Ausgangsleistung von über 10 Milliwatt, eine Linienbreite von 50 Hertz und eine Abstimmbarkeit über 40 Nanometer. Die Forschung führte Dr. Yang Liu mit an. Die EPFL nennt EDWATEC als Spin-off, das solche Bauteile anbietet.

Für die Verstärker nennt die Firma auf ihrer Website 30 Dezibel Gewinn auf dem Chip, 300 Milliwatt Ausgangsleistung und ein tiefes Rauschen. Das sind Firmenangaben. Sie zeigen, wohin die Technik zielt, sind aber keine unabhängig geprüften Werte.

Markt und Wettbewerb

Die Verbindung von KI und Rechenzentren macht optische Bauteile zum Engpass. Je mehr Daten fliessen, desto mehr Energie verschlingt jedes Modul. Wer Verstärker klein, sparsam und in Serie bauen kann, sitzt an einer strategischen Stelle. Dass EDWATEC im September 2026 an der CIOE in Shenzhen und der ECOC in Málaga zu sehen war, zeigt, dass die Firma dort ansetzt, wo die Branche einkauft.

Der Wettbewerb ist hart. Die Photonik-Branche wird von grossen internationalen Herstellern geprägt, und Kunden testen neue Bauteile lange, bevor sie bestellen. Öffentliche Umsatz- oder Kundenzahlen gibt es von EDWATEC nicht.

Finanzierung und Auszeichnung

Am 16. Juni 2026 gewann EDWATEC den Hauptpreis der venture-Awards 2026. Die Verleihung fand im Swiss Tech Convention Center der EPFL vor rund 300 Gästen statt. Der Hauptpreis ist mit CHF 150'000 dotiert. Sechs Kategoriensieger erhielten je CHF 50'000. Weitere Finanzierungsrunden hat die Firma öffentlich nicht bestätigt.

Unsere Einordnung

Das ist Deeptech, wie die Schweiz es gut kann: starke Forschung, klare Anwendung, harter Markt. EDWATEC hat ein Labor im Rücken, das weltweit gesehen wird, und ein Produkt, das ein echtes Problem der KI-Infrastruktur trifft.

Die Bewährungsprobe kommt jetzt. Hardware braucht Zeit, Kapital und Kunden, die früh unterschreiben. Ein Preisgeld hilft, ersetzt aber keine Serienfertigung. Wir drücken die Daumen, dass aus dem guten Auftritt an den Messen konkrete Aufträge werden. Dann wäre Lausanne bald bekannt für mehr als schöne Chips.

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Name
EDWATEC
Phase
Pre-Seed
Kanton
Waadt
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Quelle: ggba.swiss

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