Kurz gemeldet: Drei Schweizer Biotechs mit positiven Studienergebnissen

- TOLREMO therapeutics: Phase-I-Daten zu TT125-802 zeigen Tumorschrumpfung bei 10 von 24 Lungenkrebs-Patienten.
- Opterion Health: Phase-1-Studie SPARC zu OPT101 verläuft sicher, Übergang zu Phase 2a.
- AC Immune: Phase-2-Studie VacSYn zu ACI-7104 erreicht alle Endpunkte bei Parkinson.
- Alle drei Firmen bleiben auf frühen bis mittleren klinischen Stufen – die Marktzulassung ist noch Jahre entfernt.
Drei Schweizer Biotechs, drei positive Studienmeldungen in derselben Woche: TOLREMO therapeutics, Opterion Health und AC Immune zeigen, dass die hiesige Pipeline trotz schwierigem Finanzierungsumfeld weiter liefert. Ein Überblick.
TOLREMO therapeutics: Lungenkrebs-Wirkstoff übersteht Phase I
Das Basler Biotech TOLREMO therapeutics hat die Phase-I-Studie zu seinem Wirkstoff TT125-802 abgeschlossen und die finalen Daten an der World Conference on Lung Cancer in Seoul präsentiert. Bei 10 von 24 Patientinnen und Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs schrumpfte der Tumor – und zwar bei Betroffenen, deren Krebs gegen bisherige zielgerichtete Therapien resistent geworden war. TT125-802 hemmt die Bromodomäne von CBP/p300 und soll genau jene nicht-genetischen Resistenzmechanismen ausbremsen, mit denen Tumorzellen modernen Medikamenten ausweichen. Bemerkenswert laut Unternehmensangabe: Anders als ähnliche Wirkstoffe löste TT125-802 keine Thrombozytopenie aus, eine häufige Nebenwirkung dieser Substanzklasse. TOLREMO wurde 2017 gegründet und hat seither rund USD 39 Mio. in einer erweiterten Serie-A-Runde eingesammelt, zuletzt mit Pierre Fabre Invest als Investor.
Opterion Health: Dialyse-Kandidat schafft Sprung in Phase 2a
Die Baselbieter Opterion Health AG aus Muttenz meldet positive Resultate der Phase-1-Studie SPARC zu ihrem Wirkstoffkandidaten OPT101. Das Mittel ist ein glukosefreies osmotisches Wirkprinzip für die Peritonealdialyse – ein Verfahren für Menschen mit fortgeschrittener chronischer Niereninsuffizienz. In der Studie traten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf, und OPT101 entfernte über alle getesteten Konzentrationen hinweg zuverlässig Flüssigkeit und Natrium. Das Unternehmen geht nun in die Phase 2a. Opterion Health wurde 2012 von Guido Grentzmann gegründet und schloss 2023 eine überzeichnete Finanzierungsrunde über CHF 6,5 Mio. plus Optionskapital von CHF 7,3 Mio. ab.
AC Immune: Parkinson-Impfstoffkandidat erreicht alle Endpunkte
Die Lausanner AC Immune, 2003 als EPFL-Spin-off gegründet und seit 2016 an der Nasdaq kotiert, meldet Woche-100-Daten aus Teil 1 der Phase-2-Studie VacSYn zu ihrem Impfstoffkandidaten ACI-7104 gegen Parkinson. Die Studie erreichte alle primären Endpunkte zu Sicherheit und Immunogenität: Nach drei Impfungen entwickelten alle Patientinnen und Patienten Antikörper gegen das anvisierte Zielprotein Alpha-Synuclein. Die Daten stützen den Ansatz, die Parkinson-Krankheit über eine Immunantwort gegen fehlgefaltetes Alpha-Synuclein zu verlangsamen, statt nur Symptome zu behandeln.
Unsere Einordnung
Drei sehr unterschiedliche Indikationen, ein gemeinsamer Nenner: Alle drei Firmen bringen ihre Kandidaten über wichtige klinische Hürden, ohne dass die Ergebnisse schon eine Marktzulassung bedeuten. Bei TOLREMO und Opterion Health handelt es sich um frühe, aber ermutigende Phase-1-Daten an kleinen Patientengruppen – die eigentliche Bewährungsprobe kommt erst in grösseren, kontrollierten Studien. AC Immune ist mit Woche-100-Daten einer laufenden Phase-2-Studie schon weiter, wirtschaftlich aber als börsenkotiertes Unternehmen auch stärker auf positive Nachrichten angewiesen. Für den Schweizer Biotech-Standort sind solche Wochen trotzdem wichtige Signale: Basel und die Romandie bleiben Nährboden für Wirkstoffentwicklung, die international beachtet wird – auch wenn der Weg von der Studienpräsentation bis zum Medikament für Patientinnen und Patienten noch Jahre dauert.
Quelle: globenewswire.com
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