Verity holt Anders Martens als CEO – ETH-Spin-off setzt auf Logistik-Profi für den internationalen Sprung

- Verity ernennt Anders Martens per 1. Oktober 2026 zum CEO.
- Co-Gründer Raffaello D'Andrea übergibt das Tagesgeschäft, bleibt Präsident des Verwaltungsrats und weiterhin an der ETH Zürich tätig.
- Martens war zwölf Jahre CEO von Link Logistics und zuvor rund zehn Jahre bei DHL und TNT.
- Die Plattform ist laut Verity an über 200 Standorten im Einsatz, darunter bei IKEA, Maersk, DSV und UPS.
Vom Labor in den Markt. Verity gibt das Steuer an einen Mann, der Lager und Logistik seit über 20 Jahren kennt.
Was passiert ist
Das Zürcher Unternehmen Verity hat Anders Martens zum Chief Executive Officer ernannt. Er hat sein Amt am 1. Oktober 2026 angetreten, die Mitteilung datiert vom 8. Oktober. Martens übernimmt die Führung im Tagesgeschäft von Co-Gründer Raffaello D'Andrea. D'Andrea bleibt Präsident des Verwaltungsrats und weiterhin in Forschung und Lehre an der ETH Zürich tätig.
Martens ist dänischer Staatsbürger und zieht mit seiner Familie nach Zürich. Er bringt über 20 Jahre Erfahrung in der Logistik mit. Zwölf Jahre lang führte er Link Logistics, ein nordisches Express-Logistikunternehmen. Davor arbeitete er rund zehn Jahre im Expressgeschäft von DHL und TNT, zuletzt als Managing Director von DHL Hubs & Gateways für den Norden.
Wer ist Verity
Verity ist ein Spin-off der ETH Zürich. D'Andrea gründete die Firma 2014. Die Plattform erfasst Warenbewegungen im Lager und liefert Bestandsdaten. Laut Mitteilung läuft sie an mehr als 200 Standorten weltweit. Zu den Kunden zählen IKEA, Maersk, DSV und UPS. Verity gibt an, Kunden erzielten typischerweise einen 10- bis 15-fachen Return on Investment. Belegt ist diese Zahl in der Mitteilung nicht. Wir werten sie als Firmenaussage.
Warum jetzt
Die Botschaft beider Seiten ist klar. Martens sagt, die Technologie sei bewährt, doch der Markt wisse noch nicht, was sie kann. D'Andrea sagt, die Frage sei nicht mehr, ob die Technologie funktioniere. Es gehe darum, wie schnell sie zu den Kunden komme. Das ist der klassische Wechsel von der Entwicklung zur Skalierung.
Lagerlogistik ist ein hartes Pflaster. Die Kunden sind gross, die Einkaufszyklen lang und die Referenzen entscheiden. Wer hier wachsen will, braucht Zugang zu Entscheidern in Konzernen. Genau den bringt ein ehemaliger DHL-Manager mit.
Unsere Einordnung
Wir finden den Schritt reif und richtig. Viele Deeptech-Gründer klammern sich zu lange an die Rolle des CEO. D'Andrea macht es anders. Er bleibt im Verwaltungsrat und in der Forschung, gibt aber das operative Geschäft ab. Das ist selten und verdient Respekt.
Ob es aufgeht, zeigen die nächsten Quartale. Verity muss beweisen, dass die Lager-Drohne mehr als ein Pilotprojekt ist. Über 200 Standorte sind ein starkes Argument. Dass der neue CEO aus der Logistik kommt und nicht aus der Robotik, ist die wichtigste Botschaft. Der Fokus liegt auf dem Kunden. So gewinnt Zürich einen weiteren Kandidaten für den internationalen Durchbruch.
Zum Startup
- Name
- Verity
- Phase
- Growth
- Letzte Runde
- USD 32 Mio. (Series B, 2023)
- Kanton
- Zürich
Quelle: finanzwire.com
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