Infront und Unplex starten KI-Workspace für Vermögensverwalter – Zürcher Startup arbeitet im Schweizer Datenraum

- Infront bietet den Infront AI Workspace auf Basis von Unplex-Technologie als Zusatz zu Assetmax und Infront Portfolio Manager an.
- Agenten übernehmen etwa Meeting-Vorbereitung, Kontoauszüge und Entwürfe für Kundenberichte; Mitarbeitende prüfen und geben jedes Ergebnis frei.
- Das System führt keine Transaktionen aus; Hosting in der Schweiz, Datenverarbeitung nur in der Schweiz und im EWR.
- Unplex ist nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert; erste Nutzer arbeiten bereits damit.
KI-Agenten im Private Banking? Ja, aber mit Leine. Genau das macht die neue Partnerschaft von Infront und dem Zürcher Startup Unplex aus.
Was passiert ist
Am 14. Oktober 2026 haben Infront und Unplex eine strategische Partnerschaft angekündigt. Infront ist ein europäischer Anbieter von Marktdaten und Technologie für die Finanzbranche. Unplex ist ein Softwareunternehmen mit Sitz in Zürich, das agentische Automatisierung für regulierte Branchen entwickelt, darunter Wealth Management und Recht.
Infront bietet den Infront AI Workspace, angetrieben von Unplex, als Zusatz zu den Portfolio-Systemen Assetmax und Infront Portfolio Manager an. Vermögensverwalter lassen darin KI-Agenten Aufgaben erledigen: Meetings vorbereiten, Kontoauszüge verarbeiten, Kundenberichte entwerfen. Erste Nutzer arbeiten bereits damit, weitere werden angebunden.
Kontrolle statt Autopilot
Spannend sind die Leitplanken. Der Workspace verbindet sich über eigene API- und MCP-Schnittstellen mit den Systemen. Das Portfolio-Management-System bleibt das führende System. Der Workspace führt keine Transaktionen aus. Alle Ergebnisse prüfen und genehmigen Mitarbeitende, jeder Schritt landet in einem vollständigen Audit-Trail.
Die Umgebung wird in der Schweiz gehostet. Daten werden nur in der Schweiz und im Europäischen Wirtschaftsraum verarbeitet. Unplex ist nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert.
Wer spricht
Infront-CEO Enrique Sacau sagt, die Branche lebe von Vertrauen und Beziehungen. Unplex-CEO und Mitgründer Dominic Rogger betont, im Workspace werde jedes Ergebnis von der verantwortlichen Person geprüft und freigegeben. Zu Finanzierung oder Investoren von Unplex macht die Mitteilung keine Angaben.
Markt: KI ja, aber nur mit Nachweis
In regulierten Branchen entscheidet nicht die Fähigkeit der KI, sondern ihre Nachvollziehbarkeit. Banken und Vermögensverwalter müssen belegen können, wer was freigegeben hat und wo die Daten liegen. Anbieter, die das von Anfang an mitdenken, haben einen Vorteil gegenüber Allzweck-Chatbots.
Unsere Einordnung
Clever gelöst. Statt selbst Banken einzeln zu überzeugen, steigt Unplex in ein System ein, das Vermögensverwalter ohnehin täglich nutzen. Das senkt die Hürde enorm.
Offen bleibt, wie schnell der Rollout läuft. Zahlen zu Nutzern nennt die Mitteilung nicht. Das Muster stimmt aber: Schweizer Datenraum, Mensch im Loop, klare Zertifizierung. Genau so gewinnt man Vertrauen im Private Banking. Wir sehen hier ein Startup, das die Spielregeln der Branche verstanden hat.
Quelle: pressebox.de
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