Top100 Swiss Startup Award 2026: Corintis gewinnt – und die Waadt stellt zwei von drei Podestplätzen

- Der Top100 Swiss Startup Award fand zum 16. Mal statt, veranstaltet von Venturelab mit UBS als Presenting Partner.
- Podest 2026: Corintis SA (Lausanne), DeepJudge AG (Zürich) und PAVE Space SA (Villeneuve VD).
- Sechs Sonderpreise gingen an Dexterous Endoscopes, Kandou AI, Memo Therapeutics, Aukera Therapeutics, Voltiris und Flexion Robotics.
- Bilanz aller 677 ausgezeichneten Startups: über 27'000 Arbeitsplätze, CHF 19 Mrd. Kapital, 111 Exits, 11 Börsengänge, 11 Unicorns.
Venturelab hat das Top100 Swiss Startup Ranking 2026 bekannt gegeben. Auf dem Podest stehen Corintis, DeepJudge und PAVE Space. Zwei der drei kommen aus der Waadt.
Was passiert ist
Der Top100 Swiss Startup Award fand zum 16. Mal statt. Eine Jury aus 100 Investorinnen, Investoren und Startup-Fachleuten wählt jedes Jahr die 100 innovativsten und vielversprechendsten Schweizer Startups. Jedes Jurymitglied nominiert zehn Firmen, die jünger als fünf Jahre sind und das grösste kommerzielle Potenzial aufweisen. Der erste Platz bringt zehn Punkte, der zweite neun, und so weiter. Die Summe aller Stimmen ergibt das Ranking. Veranstaltet wird der Award von Venturelab, Presenting Partner ist die UBS.
Das Podest 2026: Top100 Gewinner ist Corintis SA aus Lausanne (Engineering). Den Silber Award holt DeepJudge AG aus Zürich (ICT). Bronze geht an PAVE Space SA aus Villeneuve VD (Engineering).
Die sechs Sonderpreise
Neben dem Ranking wurden an der Award Night sechs besondere Leistungen ausgezeichnet. Bester Neueinsteiger im Ranking: Dexterous Endoscopes. Grösste Finanzierungsrunde 2026: Kandou AI SA. Grösster Exit 2026: Memo Therapeutics AG. Bestplatziertes Biotech-Startup: Aukera Therapeutics. Bestplatziertes Cleantech-Startup: Voltiris. Bestplatziertes Robotics-Startup: Flexion Robotics.
Was 16 Jahre Top100 gebracht haben
Venturelab zieht eine Bilanz über alle bisher ausgezeichneten 677 Startups: zusammen mehr als 27'000 Arbeitsplätze, CHF 19 Milliarden aufgenommenes Kapital, 111 Exits, 11 Börsengänge und 11 Unicorns. Zu den früher ausgezeichneten Firmen gehören Climeworks, GetYourGuide, MindMaze, On, Scandit und SOPHiA GENETICS.
Auf der Bühne stand auch Patrick Hertzog, Gründer des Unicorns Nexthink. Seine Botschaft: gross denken, Risiken eingehen – und den Fokus konsequent auf konkrete Kundenprobleme richten.
Jordi Montserrat, Managing Partner bei Venturelab, wurde deutlicher: «Die Schweiz kann es sich nicht leisten, stehen zu bleiben.» Im Rennen zu bleiben bedeute heute, die eigenen Möglichkeiten zur Finanzierung Schweizer Startups auszubauen, Schweizer und internationales Kapital anzuziehen und die Entscheidungsfindung in der Schweiz zu verankern. Als Beispiele nennt er den Deep Tech Nation AWI Fund und den Swiss Champions Fund.
Unsere Einordnung
Das Podest erzählt eine klare Geschichte: Hardware und Physik schlagen dieses Jahr die reine Software. Corintis kühlt Chips, PAVE Space bewegt Satelliten – beides Engineering, beides kapitalintensiv, beides schwer zu kopieren. Dass DeepJudge als einziges ICT-Unternehmen dazwischen liegt, passt ins Bild: Wer heute mit Software gewinnen will, braucht ein Fachgebiet, in dem Fehler teuer sind.
Zweite Beobachtung: Die Waadt stellt zwei von drei Podestplätzen. Der EPFL-Korridor ist in dieser Jury-Optik gerade produktiver als Zürich. Und die Preise für die grösste Runde und den grössten Exit gingen an Kandou AI und Memo Therapeutics – Halbleiter und Biotech, also wieder Tiefentechnologie statt App.
Die unbequeme Zahl steht in der Bilanz: CHF 19 Milliarden aufgenommenes Kapital über 677 Firmen, aber nur 11 Unicorns und 11 Börsengänge in 16 Jahren. Die Schweiz ist stark im Gründen und mittelmässig im Grosswerden. Montserrats Satz zur Finanzierung ist deshalb kein Höflichkeitssatz, sondern die eigentliche Nachricht des Abends. Ein Ranking löst dieses Problem nicht. Fonds, die Series-B- und Series-C-Runden im Land halten, schon eher.
Quelle: moneycab.com
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