Zum Inhalt springen
startupnews.ch
← Zurück zu News
Produkt-UpdateVerifiziert

Timber Carbon startet KI-Infrastruktur: Zürcher Climate-Tech macht CO2 in Holzbauten handelbar

Redaktion·21. Okt. 2026·3 Min.
Timber Carbon startet KI-Infrastruktur: Zürcher Climate-Tech macht CO2 in Holzbauten handelbar
In 30 Sekunden gelesen
  • Timber Carbon hat am 20. Oktober 2026 eine KI-gestützte Infrastruktur für CO2-Entnahmezertifikate im Gebäudesektor lanciert.
  • Der Prozess umfasst Datenerfassung, CO2-Berechnung, Zertifizierung, Ausgabe, Verkauf und Monitoring.
  • Das Portfolio umfasst über 90 Gebäude mit mehr als 72'000 Tonnen gespeichertem CO2; Partner sind Swiss Prime Site, PRIMUS und WIEHAG.
  • Eine erste Finanzierungsrunde ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

Ein Holzhaus ist ein CO2-Speicher. Bisher hat das kaum jemand bezahlt. Timber Carbon aus Zürich will das ändern und hat dazu eine neue Infrastruktur lanciert.

Was passiert ist

Am 20. Oktober 2026 hat Timber Carbon (Timber Carbon Solutions AG) den internationalen Launch bekannt gegeben. Nach drei Jahren Entwicklung steht eine KI-gestützte Infrastruktur. Sie macht die CO2-Speicherung eines Gebäudes zu einem handelbaren Gut. Der Ablauf ist automatisiert: Daten aufnehmen, CO2 regional berechnen, unabhängig zertifizieren und registrieren, Zertifikate ausgeben, verkaufen und danach überwachen.

Eigentümer haben zwei Wege. Sie können die gespeicherte Menge in die eigene Klimabilanz einrechnen. Oder sie verkaufen die Zertifikate auf dem freiwilligen CO2-Markt, jetzt oder später. Die Zertifikate laufen unter dem Rainbow Standard. Dieser gilt beim ICVCM als CCP-tauglich. Die Anerkennung unter der EU-Regulierung CRCF erwartet das Unternehmen bis Ende 2026.

Zahlen und Partner

Das Portfolio umfasst über 90 Gebäude. Sie speichern zusammen mehr als 72'000 Tonnen CO2. Dazu kommen 65'000 Tonnen vermiedene Emissionen, weil Holz statt Beton und Stahl verbaut wurde. Als Kunden und Partner nennt die Firma Swiss Prime Site, PRIMUS und WIEHAG. Unterstützt wird Timber Carbon von Built by Nature und dem Migros-Pionierfonds. 2023 gab es eine Auszeichnung der WEF-Plattform UpLink.

Gegründet wurde das Unternehmen 2021, damals noch unter dem Namen Timber Finance. CEO und Mitgründer ist Frank Vasek. Eine erste Finanzierungsrunde ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Sie soll die internationale Skalierung bezahlen. Investoren sind bisher nicht genannt.

Markt und Technologie

Der Markt für CO2-Entnahmen sucht Qualität. Käufer wollen belegbare Tonnen, keine Versprechen. Bei Gebäuden ist die Datenlage gut: Die Bauteile sind bekannt, die Holzmengen auch. Das Nadelöhr ist der Aufwand. Jede Zertifizierung braucht Berechnung, Prüfung und Registrierung. Genau da setzt die Automatisierung an. Auch Planer, Bauherren und Immobilienfonds sollen Zertifikate ohne Spezialwissen erhalten.

Unsere Einordnung

Die Idee ist klug. Die Schweiz baut viel mit Holz und hat grosse Immobilienportfolios. Wer die Klimaleistung bewertbar macht, schafft einen neuen Anreiz zum Bauen mit Holz. WIEHAG-Chef Valentin Wiesner sagt, die Klimaleistung von Holzbauten sei bisher wirtschaftlich unsichtbar gewesen. Das trifft den Kern.

Offen ist, wie viel Preis der Markt zahlt. Die Zahlen sind Firmenangaben. Und Zertifikate stehen und fallen mit Vertrauen. Deshalb zählt der Standard mehr als das Marketing. Die geplante Finanzierungsrunde wird zeigen, ob Investoren das Modell tragen. Wir finden: ein Start mit Substanz.

Zum Startup

Name
Timber Carbon
Kanton
Zürich
Verwandte Themen

Quelle: top-news.at

Teilen

Mehr aus der Szene