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Produkt-Update

Scanvio erhält CE-Zeichen – ETH-Spin-off bringt KI-Ultraschall gegen Endometriose in die Praxis

Redaktion·11. Okt. 2026·3 Min.
Scanvio erhält CE-Zeichen – ETH-Spin-off bringt KI-Ultraschall gegen Endometriose in die Praxis
In 30 Sekunden gelesen
  • Scanvio Assist erhält das CE-Zeichen als Software-Medizinprodukt der Klasse IIa nach EU-MDR; die Mitteilung ist vom 9. Oktober 2026.
  • Die Prüfung durch die Benannte Stelle TÜV SÜD (NB2443) umfasste Qualitätsmanagement und technische Dokumentation.
  • Die Software läuft auf bestehenden Ultraschallgeräten und unterstützt Ärzte in Echtzeit; laut Firma ist es das weltweit erste CE-zertifizierte KI-Ultraschallprodukt dieser Art.
  • Als Nächstes will Scanvio erste Gynäkologen, Kinderwunschzentren und Endometriose-Zentren in Europa anbinden.

Endometriose wird oft Jahre zu spät erkannt. Scanvio aus Zürich will das ändern. Jetzt hat die Software das CE-Zeichen und darf in Europa in die Praxis.

Was passiert ist

Scanvio Assist hat das CE-Zeichen erhalten, und zwar als Software-Medizinprodukt der Klasse IIa nach der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR 2017/745). Die Firma gab das am 9. Oktober 2026 bekannt. Die Benannte Stelle TÜV SÜD (NB2443) hat das Qualitätsmanagementsystem und die technische Dokumentation geprüft.

Die Software arbeitet mit bestehenden Ultraschallgeräten zusammen. Während der Untersuchung gibt sie Ärztinnen und Sonografen in Echtzeit eine KI-Unterstützung. Laut Scanvio ist es nach eigenem Wissen die weltweit erste CE-zertifizierte KI-Ultraschalltechnik, die beim Erkennen von Endometriose-Zeichen hilft. Diese Aussage stammt von der Firma selbst.

Von der ETH in die Praxis

Scanvio Medical AG ist ein Spin-off der ETH Zürich mit Sitz in Zürich. Gegründet haben es der KI-Experte Fabian Laumer und der Gynäkologe Michael Bajka. Die Idee entstand, als Bajka seine Forschungsgruppe fragte, ob KI Endometriose erkennen könne. Laumers Doktorarbeit zur KI-Rekonstruktion von Herzformen aus Ultraschall lieferte die Grundlage. Die Firma hiess früher dAIgnose. Heute führt Stefan Tuchschmid als CEO und Mitgründer die Geschäfte. Im Juli 2025 meldete Scanvio eine Seed-Runde über USD 3,4 Mio.

Warum das Thema zählt

Nach Schätzungen der WHO sind rund 10 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen, weltweit etwa 190 Millionen. Die Diagnose ist schwierig. Oft braucht es eine Bauchspiegelung, die teuer ist und Patientinnen belastet. Genau hier setzt Scanvio an. Gute Ultraschall-Diagnostik bei Endometriose hängt heute stark von wenigen Spezialisten ab. Eine Software, die auf normalen Geräten läuft, kann dieses Wissen breiter verfügbar machen.

Unsere Einordnung

Das ist der wichtigste Schritt für ein Medtech-Startup. Ohne CE-Zeichen kein Verkauf, ohne Verkauf keine Daten aus der Praxis. Die Klasse IIa ist keine Kleinigkeit. Das zeigt, dass Scanvio die Regulierung ernst genommen hat.

Jetzt beginnt die schwere Phase. Ärztinnen müssen die Software im Alltag nutzen, und die Kliniken müssen den Mehrwert sehen. Der Plan, die Software als Zusatz auf den Plattformen der Ultraschallhersteller anzubieten, ist klug. Er spart Vertrieb. Wir wünschen Scanvio, dass daraus bald erste Studien und zahlende Kliniken werden.

Zum Startup

Name
Scanvio Medical
Phase
Seed
Letzte Runde
USD 3,4 Mio. (Seed, 2025)
Kanton
Zürich
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Quelle: medtechdive.com

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