SalesPort startet in den USA und Kanada – Luzerner Vertriebs-KI wächst laut Firma um fast 600 Prozent

- SalesPort (Luzern, gegründet 2024) ist laut Firma in 25 Ländern aktiv und hat zuletzt die USA und Kanada als Märkte erschlossen.
- Die KI-Plattform für Vertriebsteams wird von über 100 Go-to-Market-Teams genutzt; Kunden sind unter anderem der ORF.
- Der Umsatz stieg laut Firmenangabe im Oktober 2026 um fast 600 Prozent gegenüber dem gesamten Geschäftsjahr 2025.
- Finanziert ist das Team aus einer Angel-Runde von Ende 2024 und, so die Firma, seither aus eigenen Einnahmen.
Ein Luzerner Startup mit zwei Jahren Geschichte, Kunden in 25 Ländern und jetzt auch in Nordamerika. SalesPort zeigt, wie schnell eine klare Nische wachsen kann.
Was passiert ist
Die SalesPort Technologies GmbH hat Anfang Oktober 2026 ihre Expansion bekannt gegeben. Nach Österreich, Deutschland, der Schweiz, Frankreich und den Benelux-Ländern ist das Team nun auch in Skandinavien, Südosteuropa und Singapur aktiv. Neu dazu kommen die USA und Kanada. Dort hat SalesPort laut eigenen Angaben erste Kunden in Logistik, IT und Software, Medien und Industrie.
Die Plattform richtet sich an Vertriebs- und Business-Development-Teams. Sie findet passende Zielfirmen, recherchiert sie nach eigenen Kriterien und liefert Ansprechpersonen mit geprüften E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Die Datenbasis umfasst laut Firma 475 Millionen Entscheidungsträger-Kontakte und 32,5 Millionen Unternehmen. Über 100 Go-to-Market-Teams nutzen das Produkt. Als Kunden nennt SalesPort den österreichischen Sender ORF sowie internationale Marktführer aus der Industrie.
Die grösste Zahl kommt vom Unternehmen selbst: Der Umsatz sei im Oktober 2026 fast 600 Prozent höher als im gesamten Geschäftsjahr 2025. Das ist eine Angabe der Firma. Eine unabhängige Bestätigung gibt es nicht. Absolute Umsatzzahlen nennt SalesPort nicht, darum lässt sich die Zahl schwer einordnen.
Wer dahintersteht
Die Idee kam von CEO Daniel Kleinheinz, der zuvor im Business Development bei Zoom in Amsterdam arbeitete. CTO Ruslan Bakeyev kommt von IBM und DHL und hat schon ein anderes Startup gegründet. Mit an Bord sind die Mitgründer Alexander Winter und Max Niedersüss. Dazu kommen fünf weitere Mitarbeitende, die europaweit arbeiten. Im Handelsregister ist die Gesellschaft seit Februar 2024 eingetragen, mit Sitz in Luzern und einem Stammkapital von CHF 20'000.
Finanziert wurde das Team Ende 2024 mit einer Angel-Runde. Investoren nennt die Firma nicht. Seither finanziere sich SalesPort laut eigener Aussage aus dem laufenden Geschäft.
Ein umkämpfter Markt
Vertriebs-Intelligenz ist ein dichtes Feld. Daten, Recherche und automatische Ansprache gibt es von vielen Anbietern, viele davon aus den USA und mit viel Kapital. Wer dort einsteigt, braucht einen klaren Vorteil. SalesPort setzt auf Recherche nach individuellen Kriterien und auf Betreuung beim Einstieg: Setup, Onboarding und Schulung gehören laut Firma dazu. Auf der Website wirbt das Team mit DSGVO- und CCPA-Konformität. Das ist für den Schritt nach Nordamerika ein sinnvolles Signal.
Unsere Einordnung
Respekt für das Tempo. 25 Länder in zwei Jahren und ein Wachstum ohne neues Risikokapital sind selten. Der Weg über Reseller und Partner erklärt, wie ein kleines Team so viele Märkte abdeckt.
Gleichzeitig ist Vorsicht angebracht. Die 600 Prozent sind eine Firmenangabe ohne absolute Zahlen und nicht belegt. Und Nordamerika ist ein anderes Spiel als Europa: mehr Wettbewerb, höhere Kosten pro Kunde, härtere Verkaufszyklen. Mit einem kleinen Team wird das ohne frisches Kapital eng.
Unser Fazit: Ein starkes Zeichen aus Luzern, dass Schweizer SaaS nicht in Zürich oder Lausanne sitzen muss. Ob es zum grossen Wurf wird, entscheidet sich in den nächsten zwölf Monaten – spätestens dann, wenn SalesPort Geld für den US-Aufbau braucht.
Quelle: moneycab.com
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