Project Eleven kauft Riva Labs – Tessiner Quantenschutz-Team zieht nach New York

- Project Eleven aus New York hat am 29. September 2026 Riva Labs übernommen. Die Konditionen sind nicht bekannt.
- Riva Labs übersetzt Post-Quanten-Kryptografie in praxistaugliche Blockchain-Systeme, etwa Wallets, hashbasierte Signaturen und Hardware-Signing.
- Künftiger Fokus: Signaturen, Wallet- und Custody-Lösungen, KI-beschleunigte Kryptoanalyse und Netzwerk-Upgrades.
- Laut Schweizer Branchenmedien sitzt Riva Labs in Lugano. Ob der Standort bleibt, sagt die Mitteilung nicht.
Ein kleines Krypto-Team aus dem Tessin wird Teil eines New Yorker Quantenschutz-Spezialisten. Kein grosser Deal. Aber ein Signal, wohin sich Schweizer Kryptografie-Know-how bewegt.
Was passiert ist
Project Eleven hat am 29. September 2026 die Übernahme von Riva Labs bekannt gegeben. Zu den Konditionen schweigen beide Seiten. Riva Labs sitzt laut Schweizer Branchenmedien in Lugano. Das Team übersetzt Forschung zur Post-Quanten-Kryptografie in Systeme, die auf echten Blockchains laufen.
Dazu gehören hashbasierte Post-Quanten-Signaturen, Post-Quanten-MPC, Account Abstraction, Wallet-Infrastruktur und Hardware-Signing. Riva hat nach eigenen Angaben Post-Quanten-Signaturen auf handelsüblicher Hardware vorgeführt und auf Ethereum und weiteren öffentlichen Blockchains gearbeitet. Auf der eigenen Website zeigt das Team mit NiceTry einen Prototyp für quantensichere Wallets, der Schlüssel kurzlebig wechselt und über mehrere Netzwerke läuft, darunter Ethereum und Solana.
Wer übernimmt
Project Eleven mit Sitz in New York baut Sicherheitsinfrastruktur für digitale Vermögenswerte im Zeitalter der Quantencomputer. Der Zukauf bündelt Wissen bei Signaturen, Wallets, Schlüsselverwaltung und Protokollinfrastruktur. Künftig stehen vier Felder im Zentrum: Signaturen, Wallet- und Custody-Lösungen, KI-beschleunigte Kryptoanalyse und Upgrades für Blockchain-Netzwerke.
CEO und Mitgründer Alex Pruden sagt, Riva stärke ein bereits aussergewöhnliches Forschungs- und Ingenieurteam. Riva-Mitgründer Matteo Vena erklärt, beide Teams seien unabhängig voneinander zu vielen gleichen Schlüssen gekommen, was die Branche für den Übergang brauche.
Warum Post-Quanten-Krypto für Blockchains drängt
Heutige Blockchains sichern Guthaben mit Signaturverfahren, die ein genügend starker Quantencomputer in der Theorie knacken könnte. Ob und wann es so weit ist, weiss niemand sicher. Klar ist: Öffentliche Netzwerke lassen sich nicht über Nacht umbauen. Wallets, Protokolle und Hardware müssen koordiniert migrieren, und das dauert Jahre. Genau diese Lücke zwischen Forschungspapier und laufendem System bearbeitet Riva. Das ist unglamouröse Ingenieursarbeit, aber sie entscheidet, ob die Migration gelingt.
Unsere Einordnung
Das ist ein klassischer Talent-Exit. Ein kleines, hochspezialisiertes Team geht in ein grösseres US-Unternehmen auf. Das ist für die Gründer vermutlich ein guter Schritt. Wer Post-Quanten-Krypto ernst nimmt, braucht Kapital, Kunden und Reichweite. Die hat ein New Yorker Spezialist mit Krypto-Kundschaft eher als ein kleines Team im Tessin.
Für die Schweiz ist es zwiespältig. Gut: Kryptografie-Talent von hier ist international gefragt. Weniger gut: Die Wertschöpfung wandert wieder ins Ausland. Dabei hätte das Land mit seiner Krypto- und Bankenszene beste Voraussetzungen, solche Teams zu halten. Ob Lugano als Standort bleibt, sagt die Mitteilung nicht. Wir schauen hin. Ohne Preis und ohne Teamgrösse bleibt der Deal ein Hinweis, kein Beweis für einen starken Markt.
Quelle: manilatimes.net
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