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Porträt: Wie ZuriQ aus der ETH Quantenchips in die zweite Dimension holt

Redaktion·22. Okt. 2026·4 Min.
Porträt: Wie ZuriQ aus der ETH Quantenchips in die zweite Dimension holt
In 30 Sekunden gelesen
  • ZuriQ ist ein Spin-off aus dem ETH-Labor von Professor Jonathan Home und baut Quantenprozessoren mit gefangenen Ionen.
  • Der Ansatz ist nativ zweidimensional und nutzt Penning-Mikrofallen mit statischem Magnetfeld.
  • Der Demonstrator ist ein 3x3-Raster aus neun einzeln steuerbaren Ionen, gefertigt mit Infineon.
  • Im Juli 2026 folgte ein Seed über USD 25,5 Mio. unter Lead von Quantonation; das Team wuchs von 4 auf 18 Personen.

🔎 Porträt – Zürich: Neun Ionen in einem Raster – und die Wette, dass Geometrie den Quantenwettlauf entscheidet.

Quantencomputer sollen irgendwann Probleme lösen, an denen heutige Rechner scheitern. Der Weg dorthin ist eine Skalierungsfrage: Wie bringt man Hunderte, dann Tausende Qubits auf einen Chip? ZuriQ aus Zürich hat darauf eine eigene Antwort. Sie heisst zwei Dimensionen.

Was die Firma macht

ZuriQ entwickelt Quantenprozessoren auf Basis gefangener Ionen. Das sind geladene Atome, die in elektromagnetischen Fallen schweben und als Qubits dienen. Die meisten bisherigen Designs ordnen diese Ionen in eindimensionalen Ketten an. ZuriQ baut dagegen eine nativ zweidimensionale Architektur. Die Idee: Ein Raster wächst mit der Chipfläche, nicht nur mit der Kettenlänge.

Die Geschichte

Die Firma ist ein Spin-off aus dem Labor von ETH-Professor Jonathan Home. Home ist bis heute wissenschaftlicher Berater. Die Mitgründer sind Pavel Hrmo als CEO, Tobias Sägesser und Shreyans Jain, alle mit Doktortitel. 2025 gab es eine Pre-Seed-Runde über USD 4,2 Mio. Im Juli 2026 folgte ein Seed über USD 25,5 Mio. Lead war Quantonation, ein auf Quantentechnologien spezialisierter Investor. Mit dabei sind Forward.one, Extantia, Firgun Ventures und alle früheren Geldgeber. Seit der ersten Runde ist das Team von vier auf 18 Personen gewachsen. Neue Leute kamen laut Firma unter anderem von IonQ, Xanadu und Hamamatsu.

Produkt und Technologie

Herzstück sind sogenannte Penning-Mikrofallen. Sie kombinieren elektrische Felder mit einem statischen Magnetfeld. Das ersetzt schnell oszillierende Felder, wie sie klassische Ionenfallen brauchen. Die Ionen können sich dadurch in jede Richtung bewegen, ohne Kreuzungen. Das ist die Grundlage für das 2D-Layout. Laut ETH-Professor Home liegt die Stärke genau in dieser Geometrie.

Der Beweis ist ein Demonstrator, den das Team in rund 18 Monaten entwickelt hat. Es ist ein 3x3-Raster aus neun einzeln steuerbaren Ionen. ZuriQ nennt es die grösste zweidimensionale Anordnung dieser Art, die bisher gezeigt wurde. Entstanden ist er mit ETH-Forschenden. Die Chips fertigt der Partner Infineon.

Markt und Wettbewerb

Der Quantenmarkt ist ein Rennen mit vielen Architekturen. ZuriQ konkurriert mit allen, die Qubits skalieren wollen. Quantonation-Partner Christophe Jurczak betont, das Rennen sei keineswegs entschieden, auch wenn manche das behaupteten. Genau in dieser offenen Lage sieht ZuriQ seine Chance.

Finanzierung und Zahlen

Die USD 25,5 Mio. sollen drei Dinge bezahlen: mehr Personal, ein breiteres Forschungsprogramm und den Ausbau der Chipfertigung. Das Ziel in der Mitteilung ist die Grundlage für Hunderte Qubits auf einem Chip. Wir halten fest: Heute stehen neun Ionen im Raster. Zwischen neun und Hunderten liegt noch viel Arbeit.

Unsere Einordnung

ZuriQ ist ein typisches ETH-Deeptech: kluge Physik, klare These, starke Partner. Die These ist mutig und gut begründet. Ein Raster skaliert anders als eine Kette. Wir mögen, dass die Firma mit einem greifbaren Demonstrator auftritt und nicht nur mit Folien. Das Risiko bleibt gross. Quantenhardware ist teuer, langsam und unvorhersehbar. Doch die Schweiz braucht genau solche Wetten. Wenn der Sprung von neun auf Hunderte gelingt, wäre das ein Flügelschlag für den ganzen Standort.

Zum Startup

Name
ZuriQ
Phase
Seed
Letzte Runde
USD 25,5 Mio. (Seed, 2026)
Kanton
Zürich
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Quelle: globenewswire.com

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