Porträt: Wie Swiss Activities vom Buchungsportal zum KI-Begleiter für den Ausflug wird

- Swiss Activities (Zürich) ist im März 2021 als AG ins Handelsregister eingetragen worden und ging im Juni 2021 online.
- Die Plattform bietet nach eigenen Angaben über 3'200 buchbare Ausflüge, Erlebnisse, Tickets und Bahnpässe in der Schweiz.
- Mit Alpi hat das Startup einen KI-Assistenten eingebaut, der Tagespläne mit echten Zeiten, Preisen und Verbindungen erstellt.
- Eine Pre-Seed-Runde schloss das Team im Dezember 2021 ab.
🔎 Porträt – Zürich: Wer am Samstagmorgen nicht weiss, was er unternehmen soll, ist für Swiss Activities die beste Kundschaft.
Die Schweiz hat tausende Ausflugsziele. Das Problem ist meist nicht das Angebot, sondern die Auswahl. Swiss Activities will genau dort ansetzen. Das Zürcher Startup hat auf seiner Plattform den KI-Assistenten Alpi eingebaut und macht aus einem Buchungsportal einen Begleiter für die Freizeit.
Was die Firma macht
Swiss Activities ist ein Marktplatz für Freizeitaktivitäten in der Schweiz. Anbieter von Touren, Museen, Bädern oder Bootsfahrten stellen ihre Angebote ein, Kundinnen und Kunden buchen sie über Website und App. Laut Firma sind es über 3'200 buchbare Ausflüge, Erlebnisse, Tickets und Bahnpässe.
Das Geschäftsmodell ist klassisch: Die Plattform vermittelt und verdient an der Vermittlung. Dazu gibt es ein Partnerprogramm für Anbieter, das seit Mai 2021 läuft, und ein Affiliate-Programm seit März 2021. Das Ziel formuliert die Firma so: Jede Freizeitaktivität in der Schweiz soll auffindbar sein.
Die Geschichte
Nach eigener Darstellung begann das Team im März 2020, das Modell im Kleinen aufzubauen. Die Swiss Activities AG wurde am 16. März 2021 ins Handelsregister eingetragen, im Juni 2021 ging die Plattform live. Der eingetragene Sitz liegt laut Handelsregister in Erlenbach ZH, das Unternehmen selbst nennt Zürich als Standort. Die Idee: eine Plattform für Freizeitaktivitäten, die sich an die Menschen in der Schweiz richtet, nicht nur an Touristen.
Mathias Graf gehört zu den Mitgründern. Marco Demont leitet als Chief Sales Officer den Vertrieb. Den Verwaltungsrat präsidiert Stephan Zimmermann. Im Dezember 2021 schloss das Startup eine Pre-Seed-Runde ab. Details dazu nennt die Firma auf ihrer Website nicht.
Produkt & Technologie
Neu ist Alpi. Der Assistent ist ein Chatbot auf der Plattform. Nutzer geben Ort, Datum und Gruppengrösse an und erhalten einen Plan. Alpi soll nach Firmenangaben mit echten Zeiten, Preisen und Verbindungen planen. Er kann Tagesplanungen und mehrtägige Routen erstellen, Aktivitäten nach Wetter, Alter oder Budget filtern und Auskunft zu Sehenswürdigkeiten geben. Buchen lassen sich Aktivitäten, Erlebnisse und Bahnpässe direkt.
Der Assistent basiert auf den Live-Daten der Plattform. Ehrlich ist der Hinweis auf der Seite: Alpi kann Fehler machen. Das ist bei jedem KI-Chatbot so. Bei Öffnungszeiten und Preisen wird es aber heikel, denn ein Fehler kostet Vertrauen.
Markt & Wettbewerb
Der Markt ist umkämpft. Internationale Plattformen wie GetYourGuide sind stark, wenn es um Touristen geht. Dazu kommen die Tourismusorganisationen der Regionen und die grossen Bahn- und Reise-Apps. Swiss Activities setzt auf den Heimvorteil: Schweizer Angebote, Schweizer Kundschaft, Schweizer Rhythmus.
Der KI-Assistent verschiebt den Wettbewerb. Bisher gewann, wer bei der Suche gut gefunden wurde. Künftig gewinnt, wer die Frage «Was machen wir heute?» am besten beantwortet. Wer diese Frage stellt, hat noch nichts gebucht. Wer sie beantwortet, gewinnt die Buchung.
Finanzierung & Zahlen
Belegt sind die Pre-Seed-Runde vom Dezember 2021 und das Aktienkapital von CHF 183'430 laut Handelsregister. Umsatzzahlen oder Nutzerzahlen nennen wir nicht, weil uns dazu keine belastbaren Angaben vorliegen. Die Firma spricht auf der Website lediglich von Tausenden täglichen Besuchern.
Unsere Einordnung
Das ist der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Ein Marktplatz, der nur Listen zeigt, wird austauschbar. Ein Assistent, der den ganzen Tag plant, bindet Kunden. Swiss Activities nutzt dabei seinen grössten Vorteil: die eigene, gepflegte Datenbasis mit über 3'200 Angeboten. Das ist mehr wert als ein hübscher Chatbot.
Wir bleiben trotzdem kritisch. Ein KI-Assistent ist schnell gebaut, aber schwer verlässlich zu machen. Wenn Alpi falsche Zeiten oder Preise nennt, leidet die Marke. Die Firma sollte den Assistenten deshalb eng an die Live-Daten binden und Fehler offen behandeln. Gelingt das, hat Zürich ein Beispiel dafür, wie ein junges Startup KI sinnvoll und alltagsnah einsetzt.
Quelle: swissactivities.com
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