Porträt: Wie OxyPrem aus Schlieren Frühgeborenen mit einem weichen Sensor das Gehirn schützt

- OxyPrem wurde 2018 von Stefan Kleiser und Alexander Nitsch gegründet und sitzt in Schlieren (ZH).
- Der Sensor misst per Nahinfrarot-Spektroskopie die Sauerstoffversorgung im Gehirn von Frühgeborenen.
- Die Vorgänger-Version OxyPrem 1.4 wurde laut Wyss Zurich an 35 Spezialkliniken in Europa und Indien geliefert und bei über 300 Patienten genutzt.
- Das System NOAH hat laut Firma die CE-Kennzeichnung nach MDR erhalten und ist in Europa bestellbar.
🔎 Porträt – Zürich: Ein weicher Sensor auf dem Kopf eines Frühgeborenen. Dahinter steckt ein ETH-Doktorat und ein Schlieremer Team, das jetzt die EU-Zulassung für die nächste Generation hat.
Jedes zehnte Baby kommt zu früh zur Welt. Bei diesen Kindern regelt der Körper den Sauerstoff im Gehirn noch nicht stabil. Das kann bleibende Schäden hinterlassen. OxyPrem will, dass Ärzte das früh sehen.
Was die Firma macht
OxyPrem baut Geräte, die Sauerstoff im Gewebe messen, ohne Nadel und ohne Schmerz. Der Sensor sitzt in weichem, verträglichem Silikon und liegt am Kopf des Babys. Er schickt Licht in mehreren Wellenlängen ins Gewebe. Algorithmen rechnen das reflektierte Signal in einen Messwert um. Auf dem Monitor sehen Ärztinnen und Pfleger, ob die Versorgung stimmt. Das Prinzip heisst Nahinfrarot-Spektroskopie, kurz NIRS.
Die Geschichte
Die Firma entstand 2018. Gegründet haben sie die Schulfreunde Stefan Kleiser und Alexander Nitsch. Kleiser entwickelte den Sensor während seiner Doktorarbeit an der ETH. Er arbeitete dabei in der Neonatologie des Universitätsspitals Zürich, betreut von Professor Martin Wolf. Nitsch kümmert sich ums Geschäft und ist CEO der OxyPrem AG. Unterstützung kam vom Accelerator Wyss Zurich, von UZH Innovation und vom Translational Medicine Accelerator. Das Team sitzt im Startupspace in Schlieren. Laut dem UZH-Profil sind es rund 15 Personen.
Produkt & Technologie
Die erste Generation, OxyPrem 1.4, trug bereits ein CE-Zeichen. Laut Wyss Zurich ging sie an 35 Spezialkliniken in Europa und Indien und wurde bei über 300 Patienten eingesetzt. Klinische Studien zeigten eine höhere Genauigkeit als ältere Geräte, die für Erwachsene gebaut waren. Die zweite Generation heisst NOAH, kurz für Neonatal Oxygenation and Health. Laut Firmen-News hat das NOAH Tissue Oximeter System die CE-Kennzeichnung nach der EU-Medizinprodukteverordnung MDR 2017/745 erhalten. Es ist damit in Europa und in Märkten, die das CE-Zeichen anerkennen, bestellbar.
Markt & Wettbewerb
Gehirn-Oxymetrie ist kein leeres Feld. Wer mitspielen will, braucht klinische Belege und eine saubere Zulassung. Genau da hat OxyPrem geliefert. Die MDR gilt als hohe Hürde, an der viele kleine Medtech-Firmen zerbrechen. Der Fokus auf die Frühchen-Station ist eng, aber die Anforderungen dort sind besonders hoch: kleine Köpfe, empfindliche Haut, kaum Spielraum für Fehler.
Unsere Einordnung
Das ist Medtech, wie es die Schweiz gut kann: Forschung aus dem Spital, Technik von der ETH, Fokus auf ein klares Problem. Die MDR-Zulassung für NOAH ist ein echter Meilenstein. Jetzt kommt die harte Phase. Kliniken müssen kaufen, Preise müssen tragen, der Vertrieb muss skalieren. Wir trauen dem Team das zu. Es hat gezeigt, dass es durchhält. Genau das braucht es in diesem Markt.
Quelle: oxyprem.com
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