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Porträt

Porträt: Wie Flink Robotics aus einem ETH-Labor Roboter baut, die in Minuten einsatzbereit sind

Redaktion·13. Okt. 2026·5 Min.
Porträt: Wie Flink Robotics aus einem ETH-Labor Roboter baut, die in Minuten einsatzbereit sind
In 30 Sekunden gelesen
  • Flink Robotics wurde 2023 als ETH-Spin-off von Moritz Geilinger (CEO) und Simon Huber (CTO) gegründet.
  • Die Software macht Roboter laut Gründern innert Minuten für neue Aufgaben einsatzbereit und lässt mehrere Roboter zusammenarbeiten.
  • Auslöser war eine Anfrage der Schweizerischen Post: Lastwagen wurden noch von Hand ent- und beladen.
  • Venture Kick zeichnete das Team aus; ein Pre-Seed-Eintrag nennt keine Summe.

🔎 Porträt – Zürich: Wer Pakete bewegt, braucht Roboter, die man nicht monatelang einrichten muss. Genau da setzt dieses ETH-Team an.

Flink Robotics kommt aus der Forschung und will in die Halle. Die Idee ist einfach: Roboter sollen sich so schnell auf neue Aufgaben einstellen wie ein guter Mitarbeiter. Wir schauen uns an, wie weit das Zürcher Team damit ist. Die Angaben zur Firmengeschichte stammen aus einem Bericht der Netzwoche vom April 2025.

Was die Firma macht

Flink baut eine Art Gehirn für Industrieroboter. Die Software erkennt mit Kamera-Vision Objekte, simuliert Bewegungen in Echtzeit und wählt den passenden Weg für einen oder mehrere Roboter. Im Fokus steht Materialhandling, also das Greifen, Heben, Stapeln und Verladen. Laut den Gründern lässt sich ein Roboter innert Minuten für bestimmte Aufgaben einsatzbereit machen. Das ist der Kern des Versprechens.

Die Geschichte

Gegründet wurde Flink 2023 als Spin-off der ETH Zürich. Hinter der Firma stehen Moritz Geilinger als CEO und Simon Huber als CTO. Beide waren Doktoranden im Computational Robotics Lab von Professor Stelian Coros. Coros berät das Unternehmen.

Den Anstoss gab die Praxis. Die Schweizerische Post fragte die beiden, welche Schritte der Paketabwicklung sich automatisieren liessen. Beim genaueren Hinsehen zeigte sich: Lastwagen werden noch von Hand ent- und wieder beladen. Dort liegt viel Arbeit, die schwer und eintönig ist. Aus dieser Frage wurde ein Geschäft. Rund ein Jahr nach der Gründung zählte das Team sechs Mitarbeitende.

Produkt und Technologie

Technisch stützt sich Flink auf Methoden aus dem ETH-Labor. Geilinger arbeitete mit differenzierbarer Physiksimulation, Huber mit differenzierbarer Kollisionsvermeidung. Vereinfacht gesagt: Das System kann Bewegungen am Rechner durchspielen und gezielt verbessern, bevor der Roboter sie ausführt. Dazu kommt ein Algorithmus, der Objekte verschiedener Grösse und Form dicht packt.

Auffällig ist auch der Teamgedanke. Mehrere kleinere Roboter können gemeinsam arbeiten, zum Beispiel drei, die zusammen ein Paket heben. Das macht Anlagen flexibler als ein einzelner grosser Greifer.

Markt und Wettbewerb

Logistik ist ein hart umkämpftes Feld. Viele Anbieter verkaufen Automatisierung, doch klassische Anlagen sind teuer und starr. Wer die Abläufe ändert, baut um. Flink setzt dagegen auf Software, die sich anpasst. Interesse haben laut dem Bericht Schweizerische Post, Österreichische Post und DHL gezeigt. Gespräche gab es zudem mit Herstellern von Schokolade und Gesichtscreme. Zahlende Kunden nennt der Bericht nicht. Auf Testanlagen laufen Versuche bei bestehenden Kunden.

Finanzierung und Zahlen

Flink wurde mit dem Venture-Kick-Award ausgezeichnet, der laut Netzwoche mit CHF 150'000 dotiert ist. Das ist die Gesamtsumme des Programms, verteilt über mehrere Stufen. Der Risikokapitalgeber IQ Capital führt Flink auf seiner Portfolio-Seite als Pre-Seed-Investment, eine Summe nennt er nicht. Weitere Zahlen zur Finanzierung haben wir nicht belegt, deshalb lassen wir sie weg.

Unsere Einordnung

Flink hat die richtige Herkunft und das richtige Problem. Ein Kunde, die Post, stellte die Frage. Das Team lieferte keine Technik auf Vorrat. Das ist selten und ein gutes Zeichen. Die ETH-Robotik ist weltklasse, und Flink ist ein schönes Beispiel dafür, wie sie in den Alltag findet.

Die offene Frage ist der Schritt zur Serie. Testanlagen sind keine Flotte im Dauerbetrieb. Logistikkunden prüfen lange und wollen Zuverlässigkeit vor Cleverness. Wenn Flink zeigt, dass seine Roboter auch am dritten Schichtwechsel noch flink sind, kann daraus ein europäischer Name werden. Das haben sich die Gründer selbst als Ziel gesetzt. Wir drücken die Daumen und schauen genau hin.

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Name
Flink Robotics
Phase
Seed
Kanton
Zürich
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Quelle: netzwoche.ch

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