LTY holt Akiden Ventures ins Kapital – Walliser Versicherungsbroker will in die Deutschschweiz

- Akiden Ventures SA steigt als Minderheitsaktionär bei LTY SA aus Sion ein; der Betrag wird nicht genannt.
- Akiden-Gründer Steve Savioz zieht in den Verwaltungsrat ein, Gründer Betim Ramosaj bleibt Präsident und CEO.
- LTY betreut laut eigenen Angaben über 10'000 Privatkunden und mehr als 700 Unternehmen mit 15 Mitarbeitenden.
- Geplant sind mehr Beratung, eine schnellere Plattform und ein KI-Modul, das LTY mit dem Forschungsinstitut Idiap entwickelt.
Ein Walliser Broker holt sich Kapital und Rückenwind. LTY will wachsen. Erst in der Romandie, dann in der Deutschschweiz.
Was passiert ist
LTY SA mit Sitz in Sion nimmt Akiden Ventures SA als Minderheitsaktionär auf. Das hat das Unternehmen am 15. Oktober 2026 bekannt gegeben. Wie gross der Anteil ist und wie viel Geld fliesst, nennt LTY nicht. Klar ist: Gründer Betim Ramosaj bleibt Präsident und CEO. Er führt LTY weiter.
Akiden-Gründer Steve Savioz zieht in den Verwaltungsrat ein. Das Gremium hat damit drei Mitglieder: Ramosaj, sein Partner Begzudin Nicevic und Savioz. Ab Januar 2027 unterstützt zudem Vincent Privet das Team bei operativen und strategischen Fragen. Er war zuvor in leitender Funktion für Vertrieb und Marketing (CSO und CMO) bei Neho.
LTY versteht sich als unabhängiger Versicherungsvermittler mit digitaler Plattform. Das Unternehmen betreut nach eigenen Angaben über 10'000 Privatkunden und mehr als 700 Firmen. Dahinter stehen 15 Mitarbeitende. Seit 2023 begleitet das Centre de cautionnement et de financement (CCF) die Firma.
Wer investiert
Akiden Ventures wurde 2016 von Steve Savioz gegründet. Die Gesellschaft investiert Kapital und Zeit an der Seite der Unternehmer. Zum Portfolio zählen laut LTY unter anderem Neho, Bright, Euranka und Akidimmo. Savioz sagt, LTY habe ein profitables Modell und eine funktionierende Plattform aufgebaut. Akiden wolle das beschleunigen. Das ist die Sicht des Investors. Zahlen dazu liefert die Mitteilung nicht.
Was mit dem Geld geplant ist
LTY nennt mehrere Punkte. Die Beratungsteams werden verstärkt. Die Plattform soll schneller wachsen, damit Kundinnen und Kunden Verträge, Offerten und Schadenfälle einfacher verfolgen können. Dazu kommt ein digitales Ökosystem für die Beziehung zwischen Kunden, Versicherern und LTY. Und LTY will in der Romandie und danach in der Deutschschweiz expandieren.
Spannend ist das KI-Modul. LTY entwickelt es mit dem Forschungsinstitut Idiap, unterstützt von der Fondation The Ark. Es soll das Risikomanagement möglichst proaktiv machen. Es wird in der Schweiz gebaut und mit CRM, ERP und Kundenplattformen verbunden.
Markt und Kontext
Der Schweizer Versicherungsmarkt ist dicht und konservativ. Unabhängige Vermittler mit sauberer digitaler Plattform sind noch nicht die Regel. Genau hier setzt LTY an. Der Hebel liegt nicht in einer neuen Versicherung, sondern in besserer Übersicht und schnellerem Service.
Unsere Einordnung
Wir finden das ein gutes Signal. Nicht jedes Startup braucht eine Millionenrunde. LTY geht einen nüchternen Weg: Ein erfahrener Regionalinvestor kommt als Minderheitspartner, der Gründer behält das Steuer. Das passt zu einem Geschäft, in dem Vertrauen zählt.
Offen bleibt vieles. Wir kennen weder Anteil noch Betrag, und die Kundenzahlen stammen von LTY selbst. Der Sprung in die Deutschschweiz wird der Test. Dort ist die Konkurrenz grösser und die Kundschaft anders. Gelingt er, wird aus einem Walliser Broker ein nationaler Insurtech-Name. Wir schauen genau hin.
Zum Startup
- Name
- LTY
- Phase
- Growth
- Letzte Runde
- Minderheitsbeteiligung Akiden Ventures (2026, Betrag nicht genannt)
- Kanton
- Wallis
Quelle: lty.ch
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