Lineal übernimmt Forentec – Dübendorfer Forensik-Spezialist wird Brückenkopf eines US-Legal-Tech-Konzerns

- Der US-Legal-Tech-Anbieter Lineal übernimmt die Forentec AG aus Dübendorf (Mitteilung vom 14. Oktober 2026).
- Forentec bietet digitale Forensik, eDiscovery, Cybersecurity und OSINT für Kanzleien, Firmen, Finanzinstitute, Versicherer und Behörden.
- Gründer Lionel Bloch bleibt Managing Partner und baut Cybersecurity und OSINT bei Lineal international aus.
- Der Kaufpreis wird nicht genannt; es ist Lineals erste Präsenz in der Schweiz.
Ein Zürcher Spezialist für digitale Spuren wechselt ins Ausland. Forentec gehört jetzt zu Lineal, einem Legal-Tech-Anbieter aus den USA.
Was passiert ist
Lineal übernimmt die Forentec AG aus Dübendorf. Das teilte Forentec am 14. Oktober 2026 mit. Zum Kaufpreis machen beide Seiten keine Angaben. Für Lineal ist es der erste operative Standort in der Schweiz. Die Firma wurde 2009 gegründet und hat ihren Sitz in Kansas City im US-Bundesstaat Missouri. Mit dem Zukauf stärkt sie ihre Position in Europa, im Nahen Osten und in Afrika.
Forentec bleibt für Kunden erreichbar wie bisher. Die bisherigen Ansprechpartner bleiben. Gründer Lionel Bloch führt weiter als Managing Partner. Er soll bei Lineal zudem Cybersecurity und OSINT international ausbauen. OSINT steht für Open Source Intelligence, also das Auswerten öffentlich zugänglicher Quellen.
Was Forentec macht
Forentec wurde 2015 gegründet und wuchs aus einer Praxis für digitale Forensik zu einem Team mit mehreren Fachbereichen. Das Angebot: digitale Forensik, eDiscovery, Cybersecurity und OSINT. Zu den Kunden zählen Anwaltskanzleien, Unternehmen, Finanzinstitute, Versicherer und Behörden. Wenn es heikel wird, ruft man Forentec. Bloch betont Fachwissen, Diskretion und die Fähigkeit, in kritischen Momenten zu helfen.
Der Markt dahinter
eDiscovery heisst: grosse Datenmengen für Rechtsfälle sichten und sichern. Dafür setzt Lineal auf eigene KI-Technologie. Forentec-Kunden erhalten Zugang zu Lineals eDiscovery-, Review- und KI-Angeboten. Zugleich hat Lineal mit David Kern einen neuen General Manager für EMEA ernannt. Er leitete laut finews.ch zuvor bei der UBS in Zürich eDiscovery-Prozesse. Der Schweizer Finanzplatz ist also ganz bewusst das Ziel.
Unsere Einordnung
Das ist ein typischer, gesunder Exit: Ein kleines, spezialisiertes Team mit gutem Ruf bekommt einen grossen Partner. Das Wissen bleibt in Dübendorf, die Reichweite wächst. Für Gründer Bloch ist das eine starke Bestätigung nach rund zehn Jahren.
Der Preis fehlt, also bleibt offen, wie gut der Deal wirklich ist. Wichtiger ist das Signal: Schweizer Spezialfirmen für Cyber und Forensik sind für internationale Käufer attraktiv. Wer Diskretion und Vertrauen mitbringt, hat im Finanzplatz Schweiz einen echten Standortvorteil. Die Kunst wird sein, diese Kultur nach dem Verkauf zu bewahren.
Quelle: forentec.ch
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