Infineon und ZuriQ vertiefen Partnerschaft – aus neun Ionen sollen skalierbare Quantenchips werden

- Infineon und der ETH-Spin-off ZuriQ weiten ihre bestehende Zusammenarbeit bei Quantenchips aus (Meldung vom 7. Oktober 2026).
- Bisher haben die Partner ein 3×3-Feld aus neun einzeln steuerbaren Ionen gefangen, laut Infineon das grösste zweidimensionale Feld dieser Art.
- ZuriQ liefert das Chip-Design, Infineon Halbleiterfertigung, Packaging und integrierte Photonik.
- Eine Ziel-Qubit-Zahl, einen Zeitplan und die Finanzierung nennen die Partner nicht.
Quantencomputer brauchen Chips, die man in Serie bauen kann. Genau daran arbeiten Infineon und der Zürcher ETH-Spin-off ZuriQ jetzt gemeinsam weiter. Das ist ein starkes Signal für die Schweizer Quantenszene.
Was passiert ist
Infineon und ZuriQ haben am 7. Oktober 2026 gemeldet, dass sie ihre Partnerschaft vertiefen. Das Ziel: Die Ionenfallen-Architektur von ZuriQ soll auf deutlich mehr Qubits wachsen. Die Arbeitsteilung ist klar. ZuriQ entwirft den Chip. Infineon bringt Halbleiterfertigung, fortgeschrittenes Packaging und integrierte Photonik ein.
Der Zwischenstand kann sich sehen lassen. In der bisherigen Zusammenarbeit haben die Partner ein 3×3-Feld aus neun einzeln steuerbaren Ionen gefangen. Laut Infineon ist das das grösste zweidimensionale Feld dieser Art bisher. Wie viele Qubits der nächste Schritt bringen soll, sagen die Firmen nicht. Auch zu Zeitplan und Finanzierung der erweiterten Kooperation gibt es keine Angaben.
Die Technologie dahinter
Klassische Ionenfallen-Computer halten die Teilchen in einer eindimensionalen Kette. Das wird schwierig, wenn die Ketten länger werden. ZuriQ geht einen anderen Weg. Die Architektur ist von Grund auf zweidimensional. Sie nutzt eine Penning-Mikrofalle. Elektrische und magnetische Felder schieben die Ionen über den Chip. Komplizierte Verzweigungen, sogenannte Junctions, braucht es dadurch nicht. Grössere Felder sollen sich so einfacher bauen lassen.
ZuriQ ist ein Spin-off der ETH Zürich. Co-Gründer und CEO ist Pavel Hrmo. Im Sommer 2026 hatte das Team eine Finanzierung von USD 25,5 Mio. für seine 2D-Quantenchips gemeldet. Die neue Meldung zeigt, wofür das Geld gebraucht wird: für den Schritt vom Labor in die Fertigung.
Warum ein Industriepartner zählt
Ein Chip im Labor ist ein Beweis. Ein Chip aus der Halbleiterfabrik ist ein Produkt. Dazwischen liegen Prozessentwicklung, Ausbeute und Verpackung. Hier hat Infineon die Erfahrung, die ein junges Team kaum selbst aufbauen kann. Clemens Rössler, bei Infineon Leiter der Quantum Processing Units, spricht von einem wichtigen Schritt, um diese Schlüsseltechnologie zu industrialisieren. Hrmo sagt, Infineons Know-how helfe, ZuriQs Fortschritte in skalierbare und herstellbare Quanten-Hardware zu übersetzen.
Unsere Einordnung
Das ist die richtige Richtung. Viele Quantenfirmen glänzen mit Physik und scheitern an der Fertigung. ZuriQ holt sich früh einen Partner, der genau das kann. Das senkt das Risiko und gibt dem Ansatz Glaubwürdigkeit.
Neun Ionen sind noch weit weg von einem nützlichen Quantencomputer. Das sollten wir ehrlich sagen. Entscheidend wird, ob die Zahl bald deutlich steigt und ob der 2D-Ansatz hält, was er verspricht. Dazu fehlen bisher Zahlen. Wir bleiben dran. Aber die Partnerschaft zeigt: Aus der ETH kann ein Quantenzulieferer von internationalem Format wachsen. Das ist gut für den Standort Zürich.
Quelle: infineon.com
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