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FinanzierungVerifiziert

Cotierra holt EUR 2,6 Mio. – Paulig-Fonds setzt auf Biochar für den Kaffeeanbau

Redaktion·30. Sept. 2026·4 Min.
Cotierra holt EUR 2,6 Mio. – Paulig-Fonds setzt auf Biochar für den Kaffeeanbau
In 30 Sekunden gelesen
  • Cotierra (Zürich) schliesst eine Finanzierungsrunde über EUR 2,6 Mio. ab, mitgeteilt am 29. September 2026.
  • PINC, der Venture-Arm des Kaffeekonzerns Paulig, und Carbon Removal Partners führen die Runde gemeinsam an. Dazu kommen unter anderem die Zürcher Kantonalbank und better ventures.
  • Das Startup baut dezentrale Biochar-Anlagen, die Ernterückstände in Pflanzenkohle verwandeln und die CO2-Speicherung digital nachweisen.
  • Das Geld soll den Sprung von Pilotprojekten zu mehrjährigen kommerziellen Einsätzen in Kaffee-Lieferketten finanzieren.

Kaffee wächst dort, wo der Klimawandel am härtesten zuschlägt. Cotierra aus Zürich will genau dort CO2 im Boden speichern. Dafür hat das Startup jetzt EUR 2,6 Mio. eingesammelt.

Was passiert ist

Cotierra hat am 29. September 2026 eine Finanzierungsrunde über EUR 2,6 Mio. bekannt gegeben. Medien rechnen das auf rund USD 3 Mio. um. Das Geld soll das Startup von Pilotprojekten zu mehrjährigen kommerziellen Einsätzen in Kaffee-Lieferketten führen. Danach sind weitere tropische Kulturen geplant: Kakao, Baumwolle und Zitrus.

Die Technik ist bewusst dezentral. Cotierra kombiniert Reaktor-Hardware mit einer digitalen Plattform. Die Anlagen stehen dort, wo die Ernterückstände anfallen. Vor Ort entsteht daraus Biochar, also Pflanzenkohle. Die Software überwacht, steuert und verifiziert den Betrieb und die erzeugte Kohlenstoffmenge.

Wer investiert

PINC und Carbon Removal Partners führen die Runde gemeinsam an. PINC ist der Venture-Arm des finnischen Kaffeekonzerns Paulig. Dazu kommen die Zürcher Kantonalbank, die Carbon Drawdown Initiative, better ventures, GOTA Ventures, Hungry4Impact, Triple Impact Ventures sowie Klima- und Impact-Angels.

Karl Swensson, Investment Director bei PINC, hebt in der Mitteilung die Traktion bei Kaffeehändlern hervor. Das Fachportal Tech.eu nennt zudem insgesamt USD 4,75 Mio., die Cotierra seit der Gründung eingesammelt hat. Diese Zahl stammt nicht aus der Firmenmitteilung.

Biochar im Kaffeeanbau: der Kontext

Biochar entsteht, wenn Biomasse unter Sauerstoffmangel erhitzt wird. Der Kohlenstoff bleibt dabei gebunden und kann in den Boden eingebracht werden. Das verbessert im besten Fall die Bodenqualität und speichert CO2 langfristig. Für Kaffeekonzerne ist das interessant, weil ihre Lieferketten Emissionen verursachen, die sie senken müssen.

Cotierra macht daraus ein Geschäftsmodell für Händler und Marken. Auf der Firmenwebsite nennt das Startup Kaffeemarken und Händler als Zielkunden. Eine Verifizierung durch Carbon Standards International gehört zum Angebot. Bei Venture Kick gibt das Startup an, USD 5 Mio. an unterzeichneten Umsätzen zu haben. Es nennt Partnerschaften mit drei der fünf grössten Kaffeehändler und Zugang zu über zwei Millionen Bauern. Das sind Firmenangaben, die wir nicht unabhängig prüfen konnten.

Das Handelsregister führt die Cotierra AG seit dem 17. Juli 2023 mit Sitz in Zürich. Thomas Käslin, Mitgründer und CEO, ist Präsident des Verwaltungsrats. Karl Swensson gehört ebenfalls dem Verwaltungsrat an.

Unsere Einordnung

Das ist eine kluge Runde. Nicht wegen der Summe, sondern wegen der Absender. Ein Kaffeekonzern investiert über seinen eigenen Fonds. Das ist ein starkes Signal: Die Kundschaft glaubt an das Produkt, nicht nur die Finanzinvestoren.

Wir sehen aber auch die Baustellen. Biochar-Zertifikate stehen und fallen mit sauberer Messung. Cotierra setzt darum auf Sensoren und externe Verifizierung. Das ist der richtige Weg. Der Beweis, dass die Anlagen bei tausenden Bauern zuverlässig laufen, steht noch aus.

Für den Klimastandort Schweiz ist es ein gutes Zeichen. Ein Zürcher Team löst ein Problem in den Tropen und findet Geld bei einer Kantonalbank und internationalen Impact-Fonds. Wenn die Anlagen halten, was die Firma verspricht, wird Cotierra ein Name, den man in der Kaffeebranche kennt.

Zum Startup

Name
Cotierra
Phase
Seed
Letzte Runde
EUR 2,6 Mio. (2026)
Kanton
Zürich
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Quelle: news.cision.com

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