bNovate startet BactoSense ID: Westschweizer EPFL-Spin-off findet Bakterien im Wasser in unter 60 Minuten

- bNovate hat BactoSense ID lanciert, ein automatisches Online-Messsystem auf Basis von Durchflusszytometrie.
- Es erkennt Coliforme, Enterokokken und E. coli in unter 60 Minuten statt in 18 bis 72 Stunden.
- In einer grossen Schweizer Kläranlage zeigte der Test einen 20-fachen Anstieg der Coliformen innerhalb von vier Stunden nach Starkregen.
- bNovate ist ein EPFL-Spin-off, gegründet 2011, und holte zuletzt 2023 CHF 12 Mio. in einer Series C.
Wasserproben brauchen heute oft Tage. bNovate will daraus Minuten machen. Das Westschweizer Unternehmen hat mit BactoSense ID ein neues System vorgestellt.
Was passiert ist
bNovate Technologies hat BactoSense ID lanciert. Es ist ein kontinuierliches, automatisches Online-Messsystem. Es beruht auf Durchflusszytometrie und nutzt austauschbare Reagenzkartuschen. Das System erkennt Coliforme, Enterokokken und E. coli. Ergebnisse liegen laut Firma in unter 60 Minuten vor. Klassische Labortests brauchen 18 bis 72 Stunden.
Das Gerät lässt sich mit dem Mehrpunkt-Probenehmer BactoSwitch kombinieren. Es bindet sich an SCADA-Systeme an und kann Daten auf öffentliche Dashboards senden. Gedacht ist es für Abwasser und Badegewässer.
Ein Praxisbeispiel
Die Firma nennt einen Test in einer der grössten Schweizer Kläranlagen. Dort zeigte das System innerhalb von vier Stunden nach starkem Regen einen 20-fachen Anstieg der Coliformen. Ein Labor hätte das Ergebnis erst Tage später geliefert. CEO Serge Gander nennt das Produkt einen Quantensprung für bNovate. Er betont aber auch: Es soll Labortests nicht ersetzen, sondern ergänzen.
Wer dahintersteckt
bNovate ist ein EPFL-Spin-off aus dem Jahr 2011. Als Gründer ist Simon Künzi bekannt. 2021 sammelte das Unternehmen CHF 5 Mio. in einer Series B. Angeführt wurde die Runde vom Genfer Family Office Celeste Management, dazu kamen Ronald Strässler und zwei weitere Privatinvestoren. Im Juni 2023 folgte eine Series C über CHF 12 Mio., angeführt von Emerald Technology Ventures. Die Firma sitzt laut Mitteilung in Lausanne.
Markt und Technologie
Wasserqualität ist eine Gesundheitsfrage. Nach Starkregen können Abwässer in Flüsse und Seen gelangen. Wer baden will, möchte schnell wissen, ob das Wasser sauber ist. Je kürzer die Messzeit, desto früher können Betreiber warnen oder Entwarnung geben. Durchflusszytometrie zählt und klassifiziert Zellen im fliessenden Strom. Das geht ohne Kultivierung im Labor.
Unsere Einordnung
Das ist Schweizer Deeptech, wie wir es mögen. Ein klares Problem, eine messbare Lösung, ein Produkt für Betreiber. Der Nutzen ist sofort verständlich: weniger Warten, mehr Sicherheit.
Wichtig bleibt die Einordnung. Die Zeitangaben sind Firmenangaben. Behörden werden Schnelltests wohl erst ausserhalb der Pflichtmessungen nutzen, solange Normen auf Kultivierung setzen. Doch als Frühwarnsystem ist der Ansatz stark. Wir sind gespannt, welche Betreiber als Erste Daten veröffentlichen.
Zum Startup
- Name
- bNovate Technologies
- Phase
- Series C
- Letzte Runde
- CHF 12 Mio. (Series C, 2023)
- Kanton
- Waadt
Quelle: wateronline.com
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